Mutants ( 2009 )
Ein Film von David Morlet.
Du wirst sie töten müssen!
Nun hat Frankreich auch seine eigenen Zom...Verzeihung Mutanten. In dem gleichnamigen Film "Mutants" vom Franzosen David Morlet geht es wie gewohnt eine schwere Epidemie, welche die Menschen zu blutrünstigen und willenlosen Bestien verwandelt hat. Die Bevölkerung in Mitteleuropa scheint sich fast ausschließlich nur noch aus gewalttätigen und unermüdlichen Mordmaschinen zusammenzusetzen. Inmitten dieser Ausnahmesituation findet sich der Zuschauer in einem Krankenwagen wieder, welcher sich auf dem Weg zu dem einzig sicheren Ort, einer Militärbasis, namens "NOAH" befindet. Nach einem Zwischenfall an einer Tankstelle, wird die vierköpfige Gruppe halbiert und das Liebespaar Marco und Sonia sucht Schutz in einem verlassenen Gebäudekomplex mitten in den Bergen - wartend auf Rettung. Schnell stellt sich heraus, dass sich Marco mit dem Virus infiziert hat und nun steht seine schwangere Frau vor einer schweren Entscheidung: Kann ich den Mann töten, dem ich meine Liebe geschworen habe?
"Mutants" stellt David Morlets erste Regiearbeit dar. Zuvor machte er mit Kurzfilmprojekten auf sich aufmerksam. Das Drehbuch zu seinem ersten Langspielfilm verfasste der Franzose zusammen mit Louis-Paul Desanges, doch augenscheinlich reichten zwei Köpfe an ein und demselben Script nicht aus. Woran der Film eindeutig krankt, ist seine lieb- und fantasielose Geschichte.
Abgesehen von der in Teilschritten festgehaltenen Mutation von Marco passiert in "Mutants" reichlich wenig. Die Ausmaße und Stadien seiner Verwandlung sehen á la Cronenbergs "The Fly" zwar schön eklig aus, doch Regie wie Drehbuch verpassen die Chance, aus der angedeuteten Liebesgeschichte zwischen Sonia und Marco ein echtes Drama heraus zu entwickeln. Die Schwere der Entscheidung nimmt der Zuschauer der Protagonisten nicht ab, denn das Geschehen wirkt zu oberflächlich und ohne Tiefgang. Vielmehr versucht der Film optisch zu gefallen, sodass sich der Zuschauer nur spärlich Emotionen abgewinnen kann.
Nachdem eine weitere Gruppe aus Überlebenden Unterschlupf im Gebäudekomplex sucht und den Wagen des Liebespärchens entwenden möchte, werden bereits die letzten Szenen eingeleitet, in denen das Ausmaß des Virus angedeutet wird. Mutanten schaffen sich Zugang in den Gebäudekomplex und fallen über die Überlebenden her - Rettung scheint weiter nicht in Aussicht. Über die Herkunft des Virus wird der Zuschauer im Unwissenheit gelassen. Einzig und allein vereinzelte, simple Aussagen im Prolog sollen den Zuschauer auf das Kommende einstimmen.
Die Parallelen zu Danny Boyles „28 Days Later“ sind unverkennbar und David Morlet scheint seinem Vorbild bestrebt nachzueifern, doch leider mangelt es dem Regisseur an kreativen und neuen Ideen, um der Endzeitstimmung in „Mutants“ ein „persönliches Gesicht“ zu geben. Die Bilder sind gut und tragen zu einer klirrend kalten Atmosphäre bei, nur verpasst Morlet die Chance, seinem Film Leben einzuhauchen. Das Geschehen ist statisch, sodass sich kein interessanter Plot entwickeln kann. Die Charaktere sind bestenfalls Randfiguren in einem optisch ansprechenden, aber aufgesetzt wirkenden Film. Identifikation mit einzelnen Personen scheint unmöglich.
Insgesamt fällt das Gesamtwerk sehr mittelmäßig aus. Wo viel hätten drin sein können, ist leider nur ein Hauch zu erkennen. Themen wie der Zusammenbruch von einer Gesellschaft, Anarchie und Menschlichkeit kommen im Film selber so gut wie gar nicht zur Sprache, was den Eindruck somit sehr schmälert. Somit sollte sich der Franzose nochmal mit seinem Vorbild genauer auseinandersetzen und sich nicht mit schicken Bildern, guter Kameraführung und eindringlicher Musik zufrieden geben. Sei's drum:
5 / 10