Scheinbar ist die Zeit der großen französischen Horrorhighlights wieder vorbei. David Morlets vorliegendes Spielfilmdebut "Mutants" ist da nur das nächste Glied in einer Kette höchst mittelmäßiger Genrebeiträge aus dem Land der Baguettes und Croissants. Inhaltlich orientiert man sich hier recht stark an "28 Days Later" und lässt zwei junge Rettungssanitäter in mitten der Zombieapokalypse durch verschneite französische Berglandschaften stapfen.
Wäre auch nicht weiter schlimm, würde "Mutants" über seine ohnehin nicht sehr umfangreiche Laufzeit deutlich in seinem Unterhaltungswert schwanken.
So überzeugen ersten 20 Minuten was Atmosphäre und Spannung anbelangt ebenso wie das durchaus schwungvolle Ende. Hervorzuheben ist vor allem die aufwändige Untermalung des Geschehens mit stimmungsvollen, oftmals wabernden Soundeffekten und natürlich das optisch interessante wie abwechslungsreiche Winterszenario mit seiner intensiven (künstlichen) Blautönung.
Dummerweise ist dann der große Mittelteil des Films leider ziemlich dröge geraten. Geboten wird nur ein uninspiriertes Hin und Her innerhalb des weitläufigen Verstecks, selbstverständlich eine Gruppe weiterer Überlebender inbegriffen, die prompt für (wenig aufregenden) Stress sorgt.
Was hätte man in den finsteren Kulissen für einen wunderbaren Terrorfilm drehen können! Dummerweise entschied sich David Morlet für Dialoglastigkeit und weitgehend gegen klassische Spannungspassagen. Gorefans bekommen immerhin einige solide Manscherreien geliefert, wirklich vom Hocker reißen werden Effekte wie ein schmerzhafter Crash mit dem Rettungswagen oder das Aufreißen jungfräulicher Kehlen aber heutzutage auch niemanden mehr. Immerhin sind die FX handwerklich nett anzusehen - anders als besonders im Finale der absolut übertriebene und unnötige Wackelkameraeinsatz.
Vollends überzeugt hat mich an "Mutants" eigentlich nur Hauptdarstellerin Hélène de Fougerolles. Sie dominiert den Film mit Leichtigkeit und verleiht ihrem Charakter eine gewisse Tiefe. Sani-Kollege Francis Renaud kommt auch handlungsbedingt nicht ganz so zum Zuge, spielt aber ebenfalls überzeugend. Als eher nervig und unsympathisch erweisen sich hingegen die Darsteller der zweiten Gruppe Überlebender.
Fazit: "28 Days later"-Variation, die zwar technisch erstklassig umgesetzt daherkommt, aber leider im Mittelteil sehr viel Spannungspotenzial verschenkt und eigene Ideen vermissen lässt.