Review

Inhalt:

Es beginnt im Sommer.
Ein Virus lässt Menschen zu aggressiven, gefährlichen, kannibalistischen Kretauren mutieren.
Ein Großteil der Bevölkerung ist bereits infiziert oder von durch die Infizierten dezimiert worden.
Die einzige Hoffnung für Überlebende ist die Militärbasis Noah.

Der Film beginnt mit einer Frau die vor einigen Infizierten durch einen Wald flieht, bis sie an eine Straße gerät.
Nur um dann von einem Krankenwagen überfahren zu werden.
An Bord des Fahrzeuges befinden sich Sonja (Helene de Fougerolles), eine Sanitäterin, ihr Freund Marco (Francis Renaud) und Perez (Marie-Sohna Conde) Mitglied eines Polizeisonderkommandos.
Außer ihr und einem Kollegen, der sich ebenfalls in dem Krankenwagen befindet, wurde der Rest des Kommandos bei Einsätzen gegen Infizierte aufgerieben.
Leider ist Perez Kollege von den Mutanten, so werden die Infizierten genannt, verwundet worden und davor zu mutieren was kurz darauf zur Exekution durch Perez führt.
Anschließend setzt das Trio die Fahrt zur Militärbasis Noah fort.

Da das Fahrzeug kaum noch Benzin hat, macht die Gruppe an einer abgelegenen Tankstelle halt und trifft dort auf einen Autisten den Sonja mit zur Militärbasis nehmen möchte.
Doch dann eskaliert die Situation da die Polizistin offenbar eigene Pläne hat.
Das Ganze endet dann damit mit der Erschießung des Autisten und der Verwundung Marco´ s durch Perez die dann von Sonja getötet wird.
Mit dem verletzten Marco fährt Sonja weiter durch die verschneite Berglandschaft.
Die Straße der sie folgen endet bei einem abgelegenen, düsteren Gebäudekomplex mitten in den Wäldern.
Da das Benzin nun alle ist sucht Sonja mit Marco dort Zuflucht.
Bei der Durchsuchung des Gebäudes findet Sonja die Leiche eines Mannes der sich selbst erschossen hat und mehrere halbverbrannte Leichen.
Offenbar war das Gebäude eine Art Klinik für Infizierte/Virusopfer (worauf ein Teil der Einrichtung hinweist).
Dann stellt sich heraus das Marco ebenfalls infiziert ist, da ihm bei der Schießerei das Blut des Autisten, der wohl auch infiziert war, zum Teil in den Mund gespritzt ist.
Die Zeit zur völligen Mutation beträgt drei Tage.
Und in dieser Zeitspanne Macht Marco zahlreiche körperliche und geistige Veränderungen durch, sieht so keine Hoffnung mehr und möchte nur noch sterben bevor er endgültig mutiert.
Sonja hingegen versucht ihm zu helfen und die Militärbasis Noah über Funk zu erreichen, da diese irgendwo in der Nähe liegen soll. Hinzu kommt das Sonja von Marco schwanger ist.

Sonja versucht Marco durch eine Bluttransfusion zu retten, da sie vor einiger Zeit von einem Mutanten gebissen wurde aber durch ihre Blutgruppe (0 negativ) gegen das Virus immun ist.
Doch ein Erfolg bleibt aus, so dass Sonja Marco in einem Raum im Keller der Klinik einsperrt bis Hilfe eingetrifft.
Doch stattdessen taucht plötzlich die Gruppe um den zwielichtigen Franck (Nicolas Briancon), bestehend aus Danny (Luz Mandon), Abel (Driss Ramdi) und Paul (Gregory Givernaud) auf was die Situation noch mehr verkompliziert... .

Meinung:

Mutants ist kein trahiger Horrorfilm den man sich an einem geselligen Filmabend ansehen kann.

Auch geht es in dem ersten Langfilm von David Morlet nicht um die allseits bekannten Zombies.

Das Virus tötet die Betroffenen ja nicht sondern verwandelt diese in amoklaufende Kreaturen.

Mutants gehört demnach zur Gruppe der Infiziertenfilme, in die auch Crazies (1973/2010), 28 Days later, 28 Weeks later und Impulse (1984) gehören:
Ein Virus treibt Leute in den Wahnsinn oder lässt sie zu mörderische Psychopathen werden.

Optisch erinnern die Mutanten an eine Mischung aus Orks und den Vampiren aus 30 Days of Night (ihnen wachsen dann auch Reißzähne). Dies meine ich aber nicht abwertend, da die Mutanten wirklich sehr furchteinflößend aussehen.

Sämtliche Darsteller können in ihren Rollen überzeugen.
Das Gilt besonders für die Schauspieler der Charaktere Sonja und Marco, deren Auseinandersetzung mit der Infizierung Marco´ s im Mittelteil des Films sich dem Genre Drama zuwendet.
Erst gegen Ende des Films gibt es wieder Angriffe von Mutanten und (blutige) Kämpfe.
Marco´ s qualvolle Verwandlung, bzw. die Begleiterscheinungen, erinnert an die Filme David Cronenbergs (Shivers, Die Fliege).
Marco´ s Haar beginnt auszufallen, er kotzt und pisst Blut, er verliert seine Zähne und die Kontrolle über sein Verhalten.
Im Grunde könnte man diesen Teil der Infizierung und den Kampf des Paares dagegen als Parabel auf Krankheiten wie AIDS oder Krebs deuten, da sich auch bei diesen Erkrankungen der Körper verändert und die Psyche ebenfalls leidet.

Marco ist von Anfang an gegenüber Virgil misstrauisch.
Mit Beginn seiner Infizierung verliert der die Hoffnung auf Rettung und schenkt dem Gerede über die Militärbasis Noah wenig Glauben (Wie kannst du denen noch vertrauen. Die gehen kein Risiko ein. Die lassen uns wie Hunde krepieren.)
Als er dann mutiert ist und es zu einer letzten Begegnung mit Sonja kommt, kann er sich noch für einen Moment an seine Beziehung zu ihr erinnern.

Sonja hingegen hat Hoffnung und versucht weiter menschlich zu sein (Es wird alles gut, Marco. Ich bringe uns in Sicherheit.).
So deckt sie die Leiche des exekutierten Polizisten mit einer Plane zu und möchte den Autisten mitnehmen (Ich lasse ihn nicht hier. Man wird sich in der Basis um ihn kümmern.)

Ich persönlich halte Mutants für einen besseren Film als Martyrs oder Inside.
Zwar gibt es auch in Mutants brutale Szenen doch diese halten sich in Grenzen und verkommen nicht zum Selbstzweck.

Der Film wirkt, neben den guten Schauspielern, durch seine Atmosphäre, gelungene Kameraarbeit und einen atmosphärischen Soundtrack.
Die Handlung spielt in den verschneiten, düsteren Bergen mit ihren bedrückend wirkenden Wäldern und dem finsteren Gebäude.
Die Naturaufnahmen mit den Protagonisten untersteichen deren Hilflosigkeit und ihr Ausgeliefertsein.
Leider erfährt man nie während des Films wie es im Rest der Welt aussieht oder ob nur Frankreich betroffen ist.
Mutants ist ein ernsthafter Horrorfilm bei dem ich mir durchaus vorstellen kann, dass er irgendwann mal bei ARTE im Programm läuft.
Die DVD von Sunfilm verfügt über eine Sprachauswahl (dt./franz.) und deutsche Untertitel.
Als Extras gibt es nur Trailer zu weiteren Filmen.

Fazit:
Mutants sollte man sich entweder alleine oder zu zweit ansehen.
Für Freunde ernsthafter Horrorfilme und Fans des französischen Films ist er bestimmt von Interesse.Ich empfehle sich den Film  erstmal auszuleihen.
(7/10)

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