Der ursprünglich für Steven Seagal vorgesehene Action-Thriller um einen Sprengstoff-Experten zündet leider nur auf Sparflamme, auch wenn die Action bezüglich der Pyrotechnik stimmen mag. Seagal wurde aufgrund überhöhter Gagenforderungen rausgeworfen und man besetzte den Hauptpart nun mit Sylvester Stallone (City Cobra), der aber wie Seagal auch schon seine besten Tage hinter sich hatte. Denn nach "The Specialist" kam da außer "Cop Land", "Assassins" und einem durchschnittlichen "Get Carter" nichts mehr Aufsehenerregendes. Vorbei sollten die glorreichen Zeiten sein, wo Stallone sich als Rambo durch den Dschungel metzelte und als Rocky diversen Gegnern die Batterien aus dem Schädel kloppte. Fortsetzungen von Stallones beiden erfolgreichsten Filmreihen sind zwar momentan in der Produktion, dennoch ist seine goldene Ära definitiv vorbei.
Eigentlich will sich Bomben-Experte und Auftragsmörder Ray (Sylvester Stallone) zur Ruhe setzen. Da taucht die attraktive May (Sharon Stone) auf und überredet ihn zu einem letzten Job. Ray soll die Mörder ihrer Eltern töten, die im Auftrag des Mafiabosses Joe Leon (Rod Steiger) unterwegs waren. Während Ray die Handlanger meuchelt, macht sich May an Leons Sohn Thomas (Eric Roberts) heran. Dabei wird sie von Ned Trent (James Woods) enttarnt. Rays Ex-Partner ist nämlich der Sicherheitschef des Paten...
Irgendwie lustlos spult Sylvester Stallone hier seinen Part des müden Actionhelden herunter. Sichtlich keine Glanzleistung, die er hier abliefert, zumal es seinem eindimensionalen Charakter an der nötigen Tiefe fehlt. Peinlich und deplatziert wirkt zudem auch die Bussequenz, wo Stallone für freie Sitzplätze sorgt. Sharon Stone (Basic Insticnt 2) kann hier hingegen noch von ihrem "Basic Instinct"-Erfolg profitieren und zeigt sich ähnlich freizügig wie in etlichen anderen Streifen, die nach diesem Durchbruch gefolgt waren. Eine solide Darbietung des 90er Jahre Sex-Symbols. Die beste Leistung bekommt man in "The Specialist" allerdings von James Woods (John Q.) geboten, der noch mit Freude bei der Sache ist und Stallone so überbieten kann. Eric Roberts (National Security) und Rod Steiger (End of Days) spielen daher als Schurken nur die zweite Geige, weshalb sie mit Woods kaum konkurrieren können.
Aufgrund von Stallones Charakter des Bombenbastlers wird dem Zuschauer hier ein regelrechts Feuerwerk an Explosionen serviert, was Luis Llosa (Anaconda) auch passabel in Szene setzen kann. Somit krachts vor allem im Showdown an allen erdenklichen Ecken, doch der Funke will dennoch nicht ganz überspringen. Zwar kann Ray seine Zielobjekte stets recht kreativ wegbomben, aber massenweise Explosionen sind nur die halbe Miete. Die andere Hälfte wird normalerweise von Handlung und Charakteren ausgefüllt. Da der Großteil der Charaktere jedoch nach 08/15 gezeichnet wurde und die Handlung ein Pseudo-Erotikactioner ist, der seine Versprechen nicht halten kann, bleibt es bei "The Specialist" auch nur bei der einen halben Miete. Die Handlung selber ist ziemlich langweilig, da kaum Spannung aufkommt und man den Eindruck hat, dass die Story nur als Hintergrund für eine möglichst spektakuläre Pyrotechnik-Show dienen soll. Damit der Zuschauer nicht komplett wegpennt, darf Sharon Stone dann auch die Klamotten fallen lassen. Ohnehin stolziert Stone meistens knapp bekleidet durchs Bild. Nachdem die Fickszene zwischen Stone und Stallone jedoch über die Bühne gezogen wurde, wirds bis zum explosiven Finale wieder langweilig und Ermüdungserscheinungen treten auf. Wenigstens stimmt dann noch die musikalische Untermalung.
"The Specialist" stellt einen von Stallones schwächsten Actionbeiträge der 90er da und kann die Vergleiche mit "Cliffhanger" und "Demolition Man" nicht halten. Zu eindimensional und langweilig ist Stallones Charakter und nur ansatzweise Interesse weckend ist die Handlung. Wer Einschlafprobleme hat, dem sei mit "The Specialist" bestens geholfen.