Über dem Mittleren Westen Amerikas tobt ein gewaltiger Sturm. Der 14-jährige Eric beobachtet das Wetterspektakel am Computer. Er berechnet, dass der Sturm Kraft genug hat, seinen Heimatort zu zerstören. Doch weder der Nationale Wetterdienst noch sein Vater schenken seinen Berechnungen Glauben.
Was würden die US Katastrophenfilmer machen, wenn nicht ständig das Wetter dort drüben verrückte Kapriolen schlagen würde. Diesmal treibt ein gigantische Sturmfront mit Blitz und Donner ihr Unwesen. Dem Neunmalklugen Schüler will selbtsverständlich wieder niemand Glauben schenken (nicht mal sein Vater) und so nimmt die Standardplotte ihren gewohnten Gang, denn natürlich hat Eric Bübchen zu hundert Prozent Recht und das Kaff wird fortan durch CGI Entladungen malträtiert, die sogar Flugzeuge zur Explosion bringen können.
Etwas unglücklich wurde dabei die Wahl des Helden auf eine jungspündigen Klugscheißer gelegt, der sich zudem in die Tochter eines Leuteschinders verliebt. Es gibt ja wirklich nichts unterhaltsameres als Teenage Love Story in Kombination von rechthaberischen Stimmbrüchlern. Ansonsten folgt 100Mio Volt streng den Schematas des Genres, keiner glaubt dem einsamen Rufer in der Wüste, bis sogar am Ende die nominellen Fieslinge ihr ungutes Treiben einsehen und den Wechsel zur guten Seite der Macht vollziehen, alles irgendwo schon mal dagewesen. Neue Ideen wird aber niemand ernsthaft erwarten, immerhin sind die Charaktere ganz brauchbar und selbst der 14jährige ist in seiner Rolle auch für Erwachsene noch einigermaßen erträglich, das hat man schon wesentlich schlimmer erlebt.
Ein wenig mehr an Tempo und Humor hätte dem Film sicher nicht geschadet, immerhin gibts ein paar lustige Goofs wie den 100 Meilen Radius Blitzdetektektor, oder der Bürgermeisterin ie voll in den Dreck fällt, aber mit blitzsauberen Klaid wieder aufsteht. Ansonsten ist 100Mio Volt ein ganz netter Versuch, aber wirklich nichts besonderes. Hat man einen Film dieser Sorte gesehen, kennt man beinahe alle.
4/10