kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 02.03.2014
Man möchte gar nicht glauben, dass dies ein deutscher Zeichentrick sein soll, so radikal, schonungslos und konsequent wurde Akif Pirinccis Katzenthriller in Bilder umgesetzt. Die eindringlichen Bilder von Katzen mit abgerissenen Köpfen, aufgeschlitzten Bäuchen und zerfallenden Körpern wurden natürlich vielfach missverstanden, erst recht da es sich um einen Trickfilm handelt, den unaufmerksame Eltern ihren kleinen Kindern zeigen könnten, dabei sensibilisieren sie den Betrachter ganz enorm für die Vierbeiner und fördern die Empathie – gar kein Zweifel, dass hier keineswegs ein Sadist am Werk war, sondern ganz im Gegenteil ein Tierliebhaber.
Darüber hinaus ist „Felidae“ ein ungemein beklemmender Kriminalthriller, für den es unabdingbar war, die Katzen zu vermenschlichen, indem sie Figuren aus alten Film-Noir-Filmen angeglichen wurden, jedoch wurde bei dem Rückgriff auf Anthropomorphismen darauf geachtet, die Besonderheiten der Katze stark zu betonen und zu verallgemeinern, so dass dem Titel „Felidae“ durchaus Rechnung getragen wird. Lediglich einzelne Charaktere mögen zu stark karikaturisiert worden sein (etwa Joker, der eher einer Bulldogge ähnelt als einer Katze), so dass die Feinheiten verloren gehen. Das mag zwar vielleicht dazu führen, dass im Buch noch mehr Details zur Geltung kommen, an der extrem dichten Atmosphäre rüttelt das jedoch nicht.
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