Ich freue mich schon ganz besonders auf Final Destination 4. Am Tag des Kinostarts werde ich wohl ManCity und Vader Church anrufen, die ebenfalls sehnsüchtigst jeden neuen Mainstream-Horrorfilm aus Hollywood erwarten. Bis es jedoch soweit ist, muss ich mich mit anderen Filmen begnügen. Heute werde ich einige Zeilen über Bruno Matteis und Claudio Fragassos HEROIN FORCE schreiben.
Bruno Mattei. Der Mann hat während seiner langen Karriere wohl keinen "guten" Film gedreht. Der Lagerstreifen KZ09 und der Zombie-Exploiter DIE HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN stellen für mich immer noch die Höhepunkte seines filmischen Oeuvres dar. Guter Sleaze und herrlich bescheuerte Synchronfassungen bescherten mir wenigstens einige nette Stunden vor der Glotze. Die Sexmondos und die WIP-Filme lösten währenddessen bei mir schon ein wenig Unbehagen aus. HEROIN FORCE ist eine Kombination aus Söldner/Krieg/Abenteuerfilm und gilt offiziell als Fortsetzung von COBRA FORCE. Da ich den erstsen Teil (noch) nicht gesehen habe, sind mir wahrscheinlich einige Nuancen der sauber durchdachten Story von HEROIN FORCE durch die Lappen gegangen.
Die Story? Major Vic Jenkins rettete einst Michael Ransons Leben in Vietnam. Viele Jahre sind seitdem vergangen. Als eines Tages die Meldung durch die Presse geht Vic Jenkins sei tot, kann es Ranson nicht fassen. In Wirklichkeit war die gedruckte Todesanzeige jedoch nur ein guter Schachzug der Sicherheitsbeauftragten, um den Major vor bösen KGB Agenten zu beschützen. Doch dann passiert das Unfassbare; der Major wird tatsächlich entführt! Michael Ranson begibt sich natürlich sofort auf die Suche nach seinem alten Freund und stößt kurze Zeit später auf ein riesiges Heroinlager im Dschungel...
Klingt flach, voraussehbar, einfallslos und ein wenig konfus? Ist es auch. Ich erwarte bei einem Film von Mattei und Fragasso weiß Gott nicht die Qualität eines APOCALYPSE NOW. Ich erwarte noch nicht mal den Unterhaltsungswert von Söldneraction à la Antonio Margheriti. HEROIN FORCE bietet einfach zu wenig. Die dargebotene Action und die Schauspieler sind lahm. Auch für Trash- und Sleazefreunde gibt es herzlich wenig zu sehen: keine nackten Tatsachen, keine bescheuerte Synchro und nicht übermäßig viel blutige Einschüsse. Zu allem Übel nimmt der Film nach einer halben Stunde auch noch eine seltsame Wende. Hatte der Zuschauer sich bis dahin auf unsinnige - aber wenigstens harte, ernst gemeinte - Söldneraction eingestellt, folgen nun seltsame humoristische Einlagen (dämliche Soundeffekte, Slapstick, misslungene Wortkomik usw.), die das Gesamtbild des Films arg trüben. Nicht lustig!
In jedem Bruno Mattei Film gibt es jedoch etwas zu lachen! Und zwar immer dann, wenn der gute Bruno versucht, amerikanische Blockbuster zu kopieren. Es kommen jedes Mal lachhafte Ergebnisse zu Stande. HEROIN FORCE kupfert ganz stark beim ersten Indiana Jones-Film ab. Die gesamte Szene in der Bar wurde fast 1:1 übernommen! Auch einige lose Zitate aus den Rambo- und Lethal Weapon Filmen treiben dem Zuschauer Freudentränen in die Augen. Diese kurzen Momente der guten Laune helfen einem dann auch den steifen, hölzernen Film ohne dauerhafte Hirnschäden zu überstehen.
Ne, HEROIN FORCE ist nicht empfehlenswert. Es gibt sowohl bessere Söldner/Kriegsaction (Margheriti) als auch trashigere (DAS SÖLDNERKOMMANDO/KILL SQUAD). Am Ende bleibt nur die Erkenntnis, dass man erneut ein bisschen Lebenszeit mit abstruser Video-Gülle verschwendet hat. Na und?
4/10