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Es gibt sie also noch. Diese billigen primitiven Machofilme, die alles an Niveau, Schauspiel und Handlung auf ein Minimum reduzieren und ihr Publikum zum grunzen animieren. "Never Surrender" ist so ein Film und reduziert die 90 Minuten auf Prügeln und ficken. Im Regiedebüt des Argentinischen Martial Arts Experten Hector Echavarria (angesehner Kampfsportler und seit Jahren sein eigener Filmproduzent) inszeniert er sich selbst als Hauptdarsteller in einem Hauch von Handlung. Er ist der amtierende MMA Champion und bekommt das Angebot wesentlich mehr Geld zu verdienen. Nämlich in Untergrund Fights. Natürlich gefällt ihm das ganze. Schönes Haus, tolles Auto und schöne Frauen(das ist geschmackssache) die nichts anderes wollen als flachgelegt zu werden(das übrigens schon vorher schon). Bis er merkt das der Chef des ganzen ein skrupelloser Gangster ist und sich gegen ihm auflehnt.

Eine Story die man als B-Fan sicherlich schon ein Dutzend Mal gesehen hat. Neu ist hier nur, dass nach jedem Kampf erst einmal gevögelt wird. Denn der Gewinner bekommt als Belohnung auch ein Mädchen gestellt. So bekommt man fast genauso viele Softsexszenen zu Gesicht wie Fights. Ist halt ein richtiger Männerfilm. Sonst läuft alles nach Schema F ab. Keine Überraschungen, keine Spannung sondern richtige Kampfsportler die nicht wirklich schauspielern können. Das erinnert doch stark an die 90er Jahre indem alle möglichen Kickboxer plötzlich vor der Filmkamera auftauchten. Zumindest wird hier auch die Creme die la Creme der Mixed Martial Artist Szene geboten: Quinton Jackson, Georges St. Pierre, B.J. Penn, Anderson Silva oder Heath Herring. Dazu kommen denn noch andere wie Capoeira Experte Lateef Crowder aus „Revenge Of The Warrior“ oder demnächst „Undisputed 3“. Viel zu tun bekommen die aber meist nicht. Alle dürfen mal kurz auftauchen und kämpfen und das war’s.
Hector Echavarria, von dem auch die Story stammt, lässt sich natürlich am meisten Prügeln und macht da noch die beste Figur. Darstellerisch ist das ganze teilweise sehr steif und ungelenk; halt passend zur Regie. Aber auch das erinnert an früher und ich kann mit so was bei einem Kampfsportfilm durchaus leben. Die beste Figur macht wie immer Gegenspieler Patrick Kilpatrick in seiner Paraderolle als ekelhafter Bösewicht.

Was gibt es sonst zu sagen? Der Soundtrack ist ziemlich fetzig geworden, die Kämpfe sind nicht wirklich eine Wucht (wie so oft wenn richtige Kämpfer vor der Kamera stehen) und meist ziemlich kurz, die Handlung übergeht alle möglichen Nebenstränge und bietet auch genug an Logikfreiheit. Doch dadurch vergehen die knappen 90 Minuten relativ flott und am Ende möchte man sich eine Bierdose auf dem Kopf schlagen, oder ähnliches tun, von soviel Testosteron.

Fazit:

Menschen die auch nur nach wenig Anspruch suchen, bloß die Pfoten weg. Never Surrender entpuppt sich als schwach inszeniertes und gespieltes Vehikel für die aktuelle UFC Garde, kann aber bei einem B-Movie Fan der weiß was ihm erwartet durchaus Unterhaltung hervorrufen. Es wird ohne viel Sinn gekloppt, Titten gezeigt usw. Ein Film für den Neandertaler in uns B-Jüngern, aber alles andere als gut.

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