Review

Irgendwann erlischt die Flamme eines Kampfsportlers und dann versuchen einige, ihren vollen Körpereinsatz auf die große Leinwand zu übertragen, wie es etwa Dwayne Johnson und Steve Austin aus dem WWF-Bereich gemacht haben oder Randy Couture vom MMA. Auch der gebürtige Argentinier Hector Echavarria hat einige Erfolge in diversen Kampfsportarten zu verbuchen, doch mit über 40 muss man sich die Power ein wenig einteilen, was bei einem Film vergleichsweise problemlos zu bewerkstelligen ist.
Die alberne Story hätte er indes noch einmal gründlich überdenken sollen.

Diego Carter (Echavarria) ist soeben Weltmeister im Cage Fighting geworden, da wird er in einem Club von der blonden Sandra angesprochen und zu einem Untergrundturnier gebracht.
Hier locken das große Geld und schöne Frauen, doch Diego hat nicht mit den fiesen Mitteln des Veranstalters Seifer (Patrick Kilpatrick) gerechnet…

Mixed Martial Arts bürgen fast immer für Abwechslung bei den Kämpfen, denn selten kommen so vielfältige Kampfstile vom Kickboxen über Karate, Wrestling, Judo oder Sambo zusammen, zumal die Regeln recht minimal gehalten werden, sofern denn überhaupt welche vorhanden sind. Auch hier wird recht unbarmherzig vorgegangen, doch leider stehen die Kämpfe zu selten im Vordergrund.

Held Carter kommt nicht unbedingt als doller Sympathieträger rüber, denn der Kerl bömbelt jede Nacht mit einer anderen, obgleich er rasch mehr als nur Interesse für Sandra hegt und am nächsten Tag einen wichtigen Kampf zu bestreiten hat, zumal sein Training mager ausfällt und alkoholische Getränke viel zu häufig gereicht werden. Demgegenüber punktet jedoch der Bösewicht, denn sein frauenverachtendes Weltbild offenbart sich bereits bei den Spielregeln: Der Gewinner eines Kampfes verbringt die Nacht mit der Partnerin des Unterlegenen, wonach Carter eben jede Nacht mit einer anderen dönert.

Und diese Szenen hätte sich Echavarria gänzlich sparen können, denn zwischen Silikon und schlecht gefilmten Softsex ist man nach wenigen Augenblicken gelangweilt, vor allem weil jene Momente stets ähnlich in Szene gesetzt sind.
Glücklicherweise fallen die Dialoge hierbei recht minimal aus, denn sobald ein wenig Gefühlsleben ins Spiel kommt, versagen bis auf Kilpatrick sämtliche Darsteller, wobei Echavarria selbst bei einem normalen Lächeln gequält wirkt und auch sonst ein mimischer Totalausfall ist.

Bleiben noch die Kämpfe und die sind immerhin einigermaßen vielfältig und mit Druck inszeniert. Die Choreographie ist grundsolide ausgefallen, es wird mit einiger Härte getreten, geschlagen und verdreht und auch die Kämpfer als solche sind gut besetzt und machen durch die Bank eine ordentliche Figur. Leider sind einige Auseinandersetzungen recht wahllos in die Handlung integriert: Mal pöbeln Zivilisten, dann kommen Schergen des Bösewichts ins Spiel, nur kommt beim Turnier kaum Spannung auf, da es bis auf eine Freundschaft zum späteren Trainer nur gegen facettenlose Gegner geht und der Endkampf schon gar nicht mehr vor Publikum stattfindet und entsprechend enttäuscht, nicht zuletzt aufgrund mangelnder Variationen und zu rascher Abhandlung.

Wer bei diesem Streifen nicht als totaler Kampfsportfan ins Rennen geht, dürfte spätestens nach 15 Minuten die Schnauze voll haben. Alles außerhalb der Kämpfe wirkt amateurhaft, die Story ist zu simpel, uninspiriert und beliebig gestrickt, die Darsteller kommen auf keinen grünen Zweig und die Figuren verkommen zu klischeehaften Schablonen ohne Tiefe.
Als reiner Kampfsportler ist Echavarria nach wie vor ein guter, - alles andere sollte er jedoch fähigen Leuten überlassen.
3,5 von 10

Details
Ähnliche Filme