Es sollte nur ein Spaß sein, doch dann fallen Chad und seine Freunde brutal über ihre Mitschülerin Rosalie her. Das Mädchen erstickt an seinem Erbrochenen, die panischen Jungen versenken die Leiche im See. Chad vertraut sich seinem Vater an, verheimlicht aber Rosalies Tod. Ahnungslos verdammt der Anwalt seinen Sohn zum Schweigen. Doch der psychische Druck wächst¬ bis Mutter Karen das furchtbare Geheimnis entdeckt.
Ausgangsposition bei diesem TV-Drama ist eigentlich ein fröhliches Gang Bang während einer High School Party. Dummerweise war der einzige weibliche Teilnehmer mit dem Ablauf nicht so wirklich einverstanden, so muß man das Ganze wohl als Vergewaltigung ansehen, zumal das Mädel anschließend spurlos verschwindet und deren Mutter so die Cops auf den Weg bringt, die allerdings mehr eine Nebenrolle spielen, denn im Zentrum steht die Familie Billingsley, die so auf eine harte Probe gestellt wird.
Deren Sohn Chad ist zwar ein guter Typ und Musterschwiegersohn, aber unglücklicherweise auch einer der Teilnehmer der sexuellen Zwangbeglückung. Das schlechte Gewissen plagt und so vertraut er sich seinem Anwaltsvater an, der zwar ehrlich erschüttert ist, aber dennoch seinem Filius zum Schweigen rät. Schutz durch unter dem Teppich kehren. Als allerdings die Mutter, sehr tränenreich aber gut präsentiert von Faye Dunaway, davon erfährt, droht der ganzen Familie die Zerreißprobe, denn sie kennt menschliche Tragödien genug aus ihrer Frauengruppe und möchte alles schonungslos offenlegen, auch wenn das Knast für den geliebten Sohn bedeuten würde.
Blutiges Familiengeheimnis ist da trotz des etwas reißerischen Titels wirklich ein reines Drama. Blutig ist hier gar nichts, selbst die Vergewaltigung geschieht nur im Off und selbst als man die Leiche des jungen Mädchens findet läßt man dort Bilder weg, man will ja nicht die Leute zu Hause Kaffee und Kuchen verderben. Dafür ist die Besetzung recht prominent. Viele der Nebendarsteller kennt man inzwischen ja auch aus größeren Rollen, aber der Star ist natürlich Miss Dunaway, auch wenn ich mir wünschte, sie würde ihre Rolle doch etwas weniger melodramatisch anlegen.
Klar geht es hauptsächlich um moralische und ethische Werte und dem Zuschauer stellt sich dabei natürlich auch die Frage, was man in so einer Situation selbst machen würde. Natürlich siegen am Ende Anstand und Moral und vorher wird die komplette Betroffenheitsskala ausgenützt, dennoch vermag der Film zu unterhalten. Darsteller und Thematik sind interessant gewählt und portraitiert, wer da gerne auch mal ruhigere Dramen anschaut, ist hier sicher nicht schlecht bedient.
6/10