Review
von Alex Kiensch
Man sollte es nicht für möglich halten, aber die Belanglosigkeit der 2005er-Jessica-Alba-Gurke „Into the Blue" wird von der billig produzierten Fortsetzung tatsächlich noch unterboten: 88 Minuten Reisekatalog-Bilder der hawaiianischen Unterwasserwelt, dazu halbnackte bis nackte Models und ein Hauch von Story um Terroristen, korrupte Politiker, Waffenhändler und eine Gruppe junger Taucher, die unversehens in deren verbrecherische Pläne hineingezogen werden - fertig ist einer der bedeutungslosesten Streifen der jüngeren Direct-to-DVD-Ära.
Wo der erste Teil zumindest noch mit den Namen Jessica Alba und Paul Walker locken konnte, fehlt hier wirklich jeglicher Anreiz: Eine Handvoll höchstens aus mittelmäßigen TV-Serien bekannter B- und C-Stars schwimmt und taucht endlos durch die Gegend und gibt an Land schwachsinnige Dialoge zum besten. Dazu wird natürlich reichlich nackte Haut gezeigt, auch wenn sämtliche Models bzw. Schauspieler ziemlich gleich katalogmäßig aussehen und auch die Inszenierung von so viel Sexappeal schon wesentlich erotischer ausgefallen ist. Für anspruchslose Zuchauer beiderlei Geschlechts gibt es hier aber immerhin ein bisschen was zu sehen.
Über diesen Hauptanreiz hinaus hat „Into the Blue 2" aber wirklich kaum etwas zu bieten. Die Story ist völlig hanebüchen und strotzt vor Ungereimtheiten, Unglaubwürdigkeiten und Zufällen. Wirkliche Action gibt es hier auch nicht: Die dramatischsten Szenen bestehen aus viel zu langen Sequenzen, in denen irgendwer vor irgendwem davon rennt. Selbst die finalen Kämpfe auf und unter Wasser fallen erstaunlich unspektakulär aus. Dieses Nichts von Inszenierung wird zusätzlich von einem unangenehmen Hauch amerikanischen Helden-Pathos' garniert und verfolgt eine mehr als simple „Moral": Die guten Amerikaner bekämpfen böse Terroristen (und dürfen diese selbstverständlich töten). Selbst der Tod einer geliebten Nebenfigur fällt dabei enorm emotionslos aus - ein klein wenig zynisch wirkt diese Hochglanz-Fleischbeschau mit beigefügten „amerikanischen Werten" dadurch allemal.
Ansonsten versinkt hier wirklich alles in der Belanglosigkeit: Mittelmäßige Darsteller, die besser aussehen als spielen können, ein sinnloser Hauch von Story, ein nichtssagender Soundtrack und eine ungelenke Schnittmontage, die sich in unnötigen Spielchen wie Split-Screen oder Zeitraffer ergeht. Und bevor die eigentliche Handlung einsetzt, gibt es so glanzlose Szenen wie ein höchst unspannendes Beach-Volleyball-Duell oder Beziehungsstress zu bewundern.
Klar, die Unterwasseraufnahmen sind teilweise wirklich schön, wie überhaupt die ganze Location sehr verlockend aussieht. Mit Unterwasserkameras wurde hier auch technisch einiges aufgefahren. Aber schöne Bilder und nackte Haut allein machen eben noch keinen guten Film. Und so versinkt „Into the Blue 2" noch viel tiefer im Meer der filmischen Bedeutungslosigkeit als sein Vorgänger.