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Dokumentarfilmer Sam Dunn, der sich in der Metal-Szene mit seinen Filmen „Metal – A Headbanger’s Journey“ und „Global Metal“ bereits einen guten Namen gemacht hat, begleitete mit seinem Team die Band Iron Maiden auf ihrer größenwahnsinnigen „Somewhere Back In Time“-Tour, bei der Sänger Bruce Dickinson höchstpersönlich die Band, die Crew und das Equipment in der bandeigenen Boeing 757 von einem exotischen Auftrittsort zum anderen flog. Die Begeisterung der Menschen in Ländern, die vorher nie auf dem Tourplan standen, ist faszinierend mitanzusehen und macht mir noch einmal so richtig bewusst, wie viel positive Energie in dieser Art von Musik stecken kann und wie sie Menschen über ganze Kontinente hinweg zu verbinden vermag. Dabei werden aber auch kritische Stimmen laut, z. B. über die kolumbianischen Sicherheitsorgane, die die Fans malträtieren. Euphorie und Begeisterung überwiegen aber und mein Höhepunkt ist der mit schlechtgestochenen „Eddie“-Motiven volltätowierte südamerikanische Priester, der der „Kirche Iron Maidens“ vorsteht, welche statt aus der Bibel aus Maiden-Songtexten ihre Lehren bezieht. Wer allerdings erwartet, ungeahntes Backstage-Material über die Band zu sehen bekommen, ist hier verkehrt. Harris, Dickinson & Co. geben sich humorvoll und sympathisch und scheinen es zu genießen, sich ohne Exzesse, dafür voller Selbstdisziplin ihrem Publikum so Rock’n’Roll-Klischee-frei wie möglich zu präsentieren. Großen Respekt ringt mir dabei immer wieder Bruce Dickinson ab, der über die mindestens dreifache Menge Energie üblicher Altersgenossen zu verfügen scheint. Fazit: Faszinierender Dokumentarfilm für Fans von Maiden, Metal und Gigantomanie.

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