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Eine Reporterin und ein Kameramann machen sich auf in den Dschungel, um zum einen über einen Drogenbaron zu berichten, der seine Macht mit Hilfe von mordenden Eingeborenen erweitert, die der Konkurrenz den Stoff abzwacken und zum anderen den verschollenen Sohn des Senderchefs zu finden und so gerät man zwischen die Fronten.

Auch wenn "Cut and run" des Öfteren in der Rubrik "Kannibalenfilm" geführt wird, kann man ihn nicht zu eben solchen zählen, denn es tauchen zwar Eingeborene auf, aber diese pflegen nicht den für die Kannibalen typischen Brauch des Menschenfleischverzehrs, sondern begnügen sich mit dem einfachen Töten auf Befehl.
Von daher war ich etwas enttäuscht, da ich mit einem Kannibalenfilm gerechnet hatte, aber statt dessen gibt es einen Abenteueractioner. Bei der Geschichte an sich bin ich zweigeteilter Meinung, da sie zum einen interessante Teile, aber auch einige Längen aufweist. Die Art der Inszenierung der verschiedenen Handlungsebenen gefällt mir an vielen Stellen ebenfalls nicht, da ohne erkennbares Muster zwischen diesen hin- und hergeschnitten wird.

Was man diesem Werk auf jeden Fall zu Gute halten darf, sind die gelungenen und selten zurückhaltenden Spezialeffekte. So kann man unter anderem nette Pfeileinlagen und gut gemachte Enthauptungen bestaunen und in einer Szene eine gemeine Zweiteilung eines Mannes, wobei trotz der Ernsthaftigkeit an dieser Stelle unfreiwillig Humor aufkommt, denn kurz vor seiner halben Duplizierung fleht der dem Tod Geweihte einen Mickey Maus Pullover tragenden Bengel um Erlösung durch die Kugel, doch der weigert sich und ballert erst auf den Unglücklichen ein, kurz nachdem die Halbierung über die Bühne gegangen ist.

Gar nicht mal schlecht sind die Darsteller, wobei vor allem das Charaktergesicht Michael Berryman hervorsticht. Immer wenn er die Bildfläche betritt, wirds ernst, denn anstatt viel Federlesens zu machen, lässt der Kerl Taten sprechen und somit sind seine Auftritte immer sehr imposant. Naja, nur am Ende hätte man etwas mehr aus seiner Situation machen können, denn einen solch erniedrigenden Abgang hätte er nicht verdient gehabt (wenigstens ein "überraschendes" Nochmalaufstehn, mit dem ich fest gerechnet habe, hätte drin sein müssen).

Nun gut, Ruggero Deodato bemüht sich redlich, von seinem Image als Kannibalenfilmer wegzukommen, auch wenn er sich hier nicht ganz vom Schauplatz des Urwaldgebietes trennen kann. Für mich ist das Ergebnis befriedigend. Seine kannibalischen Ergüsse sagen mir insgesamt mehr zu.

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