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Mit „Cut and Run“ präsentierte Ruggero Deodato („Cannibal Holocaust“) 1985 eine interessante Mischung aus Action-, Abenteuer- und irgendwie auch Kannibalenfilm, angesiedelt im Dschungel Kolumbiens. Inszenatorisch ohne Längen oder Albernheiten wird die Drogenmafia als skrupelloser, menschenverachtender Menschenschlag gezeigt, der den Dschungel ausbeutet und ohne mit der Wimper zu zucken über zahlreiche Leichen geht. Neben Schießereien und Giftpfeilattacken wird auch vor Gesplattere, z.B. in Form einer deftigen Zweiteilung eines Opfers, und Gekröse nicht halt gemacht. Hierbei tut sich besonders Charakterfresse Michael Berryman („The Hills Have Eyes“) als fieser Guerilla-Kämpfer hervor, der einige starke Szenen auf den haarlosen Leib geschneidert bekam. Neben den Action- und Splattereinlagen glänzt „Cut and Run“ mit einer punktgenauen Dramaturgie und bemerkenswerten, ebenso atmosphärischen wie schockierenden Szenen, und handwerklich gibt’s auch wenig zu mäkeln: Die Kamera fängt das Ambiente, das auch hier wieder als Kontrast zu den in ihm stattfindenden Grausamkeiten fungiert, gekonnt ein, die Hauptdarsteller machen Ihre Sache ok bis gut, bleiben allerdings für meinen Geschmack zu Ungunsten des Realismus die meiste Zeit erstaunlich gefasst, und die musikalische Untermalung unterstreicht den Film stimmig und passend – mal abgesehen vom Abspann vielleicht.

Sehr gelungener, harter Exploiter, der vorzüglich unterhält und viel fürs Auge bietet.

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