Es gibt gute Gründe, warum manche Regisseure nur einen Film drehen und danach in der Versenkung verschwinden. Mark C. Andrews liefert am laufenden Band Argumente, warum er nichts im Filmgeschäft zu suchen hat, denn am Ende wird nicht einmal klar, was die Mission der titelgebenden Einheit sein sollte.
1991, Zweiter Golfkrieg: Fünf Leute um Master Chief Mack werden nach Bagdad beordert, um hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Das läuft eine Weile problemlos, doch dann durchkreuzt ein einheimischer Junge während des Ballspiels ihre Pläne…
Was vage auf realen Tatsachen beruhen soll, kann sich eigentlich nur um eine Reise in die Zukunft handeln, denn die Soldaten tragen Uniformen, die erst ein Jahrzehnt später getragen wurden und benutzen Waffen, die zu jener Zeit noch gar nicht entwickelt waren. Das cineastische Fiasko setzt jedoch viel früher ein, denn ein Neuling wird zunächst mit Rückblenden ohne Kontext eingeführt, um im Anschluss per Schnellkurs zum Navy Seal geschult zu werden. Dies geschieht überwiegend mit vermeintlich klugen Soldatenweißheiten und mithilfe der Anzahl der geleisteten Liegestütze.
Zum Einsatz geht es schließlich ohne Proviant, ohne spezielles, technisches Equipment und ohne Ersatzmunition, geschlafen oder gar getrunken wird auch nicht. Und dennoch dauert es eine ganze Weile, bis die ersten Feinde auftauchen und natürlich leichte Ziele für die geschulten Sniper bieten, - selbst aus der Entfernung von einer Meile kann der Chief einem Feind den Popel aus der Nase schießen. Allerdings erhält jener Chief noch ein kleines Trauma, was in einigen unsäglichen Flashbacks zur Geltung kommt und sich in regelmäßigen Abständen bis zum Ende erstreckt.
Die Darsteller sind durch die Bank nicht überzeugend, weshalb sich die Synchro wahrscheinlich einen Spaß daraus machte, völlig unpassende Stimmen beizusteuern. So erhält ein junger Soldat die Stimme eines mindestens 70jährigen Rednecks, während ein anderer mit mexikanischem Akzent spricht, obgleich dieser rein gar nicht danach aussieht. Noch lustiger sind die wenigen Kinderstimmen, bei denen es sich um Erwachsene mit verstellter Stimme handeln dürfte.
Da in Sachen Action wenig los ist und bei den wenigen Gefechten null Dynamik aufkommt, griff man beherzt ins Archiv, wonach Kampfjets ausschließlich per Stock Footage zugeschaltet werden, gleiches gilt für Außenansichten diverser Zwischenposten. Folgerichtig laufen nur ein paar Soldaten zwischen den Felsen herum, was in regelmäßigen Abständen von uninspirierten Flashbacks unterbrochen wird. Nachdem die Geschichte bereits zu Ende erzählt ist, fasst man die wesentlichen Punkte des bereits Gesehenen noch einmal zusammen, schließlich soll der Mumpitz ein paar Minuten nach dem Abspann noch nachhallen.
Und das tut er tatsächlich, denn der Stoff ist durch die Bank untauglich, uninspiriert und kaum durchdacht. Einzig der auf eine heroische Grundstimmung setzende Score arbeitet einigermaßen erfolgreich und die kurzen Eindrücke einer Unterwasserkamera sind nicht gänzlich daneben. Der Rest gehört in der Wüste begraben.
2 von 10