Review

 Gehen wir nun auf die erste Hälfte des Filmes ein: Road Movie trifft auf Thriller mit Horror(-Backwoods-Folter-Film)-Stimmung, und das ist gar nicht mal so übel. Bis auf die beiden Anwälte, welche herausragend blaß bleiben (der Dicke reagiert auf Entführung und Tod, als wäre ihm sein Doughnut in den Staub gefallen), sind die Schauspieler (samt Nebendarsteller, wie z. B. der schläfrige Motelier) recht überzeugend, gerade der klischeehafte böse Drogenbiker ist geradezu amüsant. So hätte es meinetwegen bis zum Ende weitergehen können (bei hochgeschraubter Gewaltspirale, versteht sich): cool und ohne viel Sinn in Richtung Hölle.

 Aber so ziemlich genau in der Mitte des Films, in dem Moment, in dem der Oberböse ein Gespräch mit einem bereits Ermordeten führt (was evtl. eine tiefere Bedeutung hat, Teufel oder so etwas) und ihn noch mal erschießt, geht es rapide bergab, ja, man kann von einem 90°-Gefälle sprechen. Es gibt zu sehen, was schon tausende Male gesehen: Kerker, ein zugenähter Mund, ein Böser, der dem Oberbösen nicht mehr so richtig gehorcht usw.; was man nicht kennt ist weder innovativ noch abgefahren, sondern es ist einfach nur schwachsinnig, daß zwei psychotische Biker die ganze Gegend in der Hand haben (inklusive dem Bullen, versteht sich) und machen können, was sie wollen, und auch die Handlungen und Reaktionen der Betroffenen sind (wieder einmal) nur sinnlos.

 Dann
gibt es ja immer noch die Hoffnung, daß das Blut fließt. Dazu laßt mich nur eines sagen: Nicht auf das Wörtchen "uncut" hereinfallen! Dieser Film ist einfach nur harmlos, bis auf drei abgehackte Körperteile, nein, vier, aber ein Finger zählt ja wohl kaum, also bis auf dreimal unnecessary surgery gibt es nichts, was den Gorehound zufrieden knurren läßt, und das CGI-Blut schwebt mal wieder Manga-mäßig durch die Luft.

 Die erste, echt gute und unterhaltsame Hälfte wird von der zweiten, quälend sinnlosen nicht nur kompensiert, sondern schlichtweg zunichte gemacht. Dieser Film ist Schrott.

Details
Ähnliche Filme