Ein Horrorfilm, so brutal und blutig, das dieser nach kurzem Kinoeinsatz eingezogen wurde, alle Kopien verschwanden und auch kein Castmitglied aufzutreiben ist.
Mit dieser Prämisse spielt der aktuelle Backwoodhorror „The Hills Run Red“, welcher jetzt von Warner seine DVD-Premiere feiert. Doch kann der Film mit diesem Storyansatz überzeugen? Das kann er und zwar richtig gut sogar.
Story: 1982 kam der berüchtigte Splatterfilm „The Hills Run Red“, von dem nur noch einige Bilder, Poster und ein Trailer existiert. Der Filmfreak Tyler ist um die Legende des Streifens fasziniert und hat sein Leben der Suche nach dem Film verschrieben. Er schafft es die Tochter des Regisseurs ausfindig zu machen, welche in ihm die Hoffnung weckt schon bald den Originalprint sehen zu können. Zusammen mit seinem besten Freund und seiner Freundin und der Tochter macht er sich auf dem Weg zum Drehort des Filmes und hält die Reise als Dokumentation fest. Schon bald müssen sie aber raus finden, dass vielleicht doch nicht alles ein Film ist, sondern der Realität entspricht…
Auf den ersten Blick wirkt „The Hills Run Red“ vielleicht wie ein gewöhnlicher Backwoodslasher, welcher noch ein paar Dollar machen soll, bevor die Flut an solchen Filmen wieder rückläufig ist. Doch beim ansehen merkt man schnell, dass er doch etwas anders ist als seine Genrekollegen.
Sicherlich bedient sich Regisseur Dave Parker an den bekannten Versatzstücken, klaut bei seinen Vorbildern und lässt auch das eine oder andere Klischee nicht aus. Jedoch bricht er in Scream-Manier immer wieder mit den Genrekonventionen, stellt die Regeln auf dem Kopf und bietet dadurch die vielleicht eine oder andere Überraschung. Auch bei der Darstellung des Babyface-Killers, welcher alles andere als ein tumber Stalker ist, sondern scheint schon etwas im Köpfchen zu haben, wie man so schön sagt.
Auch der Spannungsaufbau und die Stimmung im Film machen was her und die kurze Laufzeit von nicht einmal 80 Minuten Nettolaufzeit lässt kaum Platz für Längen, Langeweile oder unnütze Szenen. Auch bei den Goreszenen hat man sich Mühe gegeben. Diese wirken extrem heftig und sind schon über den Durchschnitt. Leider konnte sich Parker nicht verkneifen bei der einen oder anderen Szene auf CGI zurückzugreifen, weil man diese Szenen überdeutlich von den Handmadeeffekten unterscheiden kann. Es ist schon schade, dass Warner nur die R-Rated-Fassung veröffentlicht hat, aus welcher, nach Aussage des Regisseurs, knapp 10 Minuten an Material entfernt worden soll.
Der Hauptcast besteht aus den üblichen Twens, deren Gesichter man schon aus einigen DVD-Premieren kennen sollte wie z.B. Sophie Monk, die auch viel Screentime ohne Kleidung hat. Bekannter sein dürfte da schon Genreveteran William Sadler als wahnsinniger Regisseur.
Auch wenn „The Hills Run Red“ nicht das Nonplusultra ist oder das Genre neu definiert, hebt er sich doch Qualitativ und Inszenatorisch deutlich von der Masse des Videothekenschunds ab und bietet zur Abwechslung mal wieder gute und überzeugende Backwoodkost. Danke dafür. Ich hatte die Hoffnung fast schon wieder aufgegeben.