Review

Wir haben endlos viele Slasher wie die Reihe um „Freitag der 13.“, wir haben seit ein paar Jahren reine Folterfilme wie „Hostel“ und fast noch mehr Schrott, der beide Subgenres zu verbinden versucht.
Dass der Titel der Name des Films im Film ist und damit ein wenig mehr Raum für explizite Goreszenen bietet, ist nur ein leichter Vorteil gegenüber der klischeebeladenen Handlung, die zu keiner Zeit Überraschungen serviert.

„Hills Run Red“ soll anno 1982 in wenigen Kinos gelaufen sein, seither gilt er als verschollen.
Tyler macht Alexa, die Tochter des Regisseurs ausfindig und gemeinsam mit zwei Freunden gehen sie auf Erkundungstour zu Originalschauplätzen. Doch Babyface, der Killer des gesuchten Streifens, scheint nach wie vor in den Wäldern umzugehen…

Schon doof, wenn eine Figur während der Anreise in wenigen Sätzen die Strickmuster eines Slashers auf den Punkt bringt, es dieser Streifen in seiner Vorgehensweise jedoch keinen Deut besser macht und ohne Augenzwinkern nahezu alle Verlaufsmuster erfüllt.
Ein paar obligatorische Nacktszenen, das Rascheln im Unterholz und das Huschen eines Schattens, Babyface bei Sichtung des aufgezeichneten Camcorder Materials und schließlich ein paar Rednecks, die vor dem eigentlichen Killer Unannehmlichkeiten bereiten.
Dazu kommen flache Charakterzeichnungen und ein müder Vorlauf ohne Esprit.

Hin und wieder gibt es ein paar Sequenzen aus Camcorder-Sicht, dann wieder alte Filmschnipsel in Form kurzer Inserts und letztlich, nachdem der Killer zur Hälfte der Laufzeit in Erscheinung tritt, die wohlbekannten Abläufe, vom Verstecken, Hatz durch den Wald und Foltereinlagen in einer Waldhütte. Dass dabei, trotz derber Einlagen offenbar dennoch die Schere angesetzt wurde stört weniger, als der unumgängliche Plot Twist, den man bereits zu Beginn erahnen konnte, - auch hier kann der Genrefreund nicht in Ansätzen überrascht werden.

So agieren mittelmäßige Darsteller in wenig fesselnder Atmosphäre, da weder der austauschbare Wald, noch die Hütte mit einigen Folterinstrumenten Spannung schüren können.
Einzig ein paar härtere Gewalteffekte durchbrechen die Eintönigkeit, - jene beruhen jedoch fast ausschließlich auf „Ausschnitten“ des alten Films, da wird schon mal jemand zwischen Bäumen zerteilt, oftmals Axt und Hammer geschwungen und so manches Körperglied durchbohrt.
Lediglich im letzten Drittel, als man vom Slasher aufs Foltergenre umspringt, kommt es zu wenigen, aber gut gemachten Splattereinlagen.

Dennoch vermag das Gesamtpaket nur durchschnittlich zu überzeugen, da es von vornherein keinen Sympathieträger gibt und sämtliche Wendungen komplett vorhersehbar sind, einschließlich der finalen Einstellung, die einmal mehr schwaches darstellerisches Potential einiger Mimen erkennen lässt, - denn selbst ein renommierter William Sadler liefert in diesem Fall eine ganz schwache Vorstellung ab.

Am Ende könnte man noch den treibenden Score positiv hervorheben und die Tatsache, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt ein kontinuierlich brauchbares Tempo vorherrscht.
Handlungstechnisch hingegen wird man diesen Streifen bald mit vielen anderen Produktionen des Genres verwechseln, denn trotz guter Grundidee, einen gesuchten Slasher zum Bestandteil der Handlung zu machen, wurde aus dieser Prämisse zu wenig herausgeholt.
Letztlich nur ein weiterer Beitrag im Einheitsbrei, - nicht langweilig, aber eben auch nicht markant.
5 von 10

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