3
Eine punkige Postapokalypse mit einem Neon-Girlie. Wie MAD MAX auf LSD. Was in Form von frechen und MTV-artigen Illustrationen in den Comicheften funktioniert haben mag, bleibt im Medium Film aufgrund eines nur mittelgroßen Budgets und der (immer schwierigen) gewollten Trash-Marschrichtung auf der Strecke. Es ist nicht das erste (und leider erst recht nicht das letzte) Mal, dass Hollywood eine kultige Vorlage lieblos adaptiert und mit geballter Mittelmäßigkeit ruiniert. Da hilft es auch nicht, wenn Zeichnungen aus den Heften massiv ins Geschehen eingebaut werden - und gemalte Bilder teilweise sogar richtige Kulissen ersetzen! Der charismatische Malcolm McDowell und Rapper Ice-T (als grässlich geschminkter Känguruh-Mensch, sic!) werden vollkommen verschwendet und von der jungen Naomi Watts war noch nichts zu erwarten. Fazit: Nur ein weiteres 90er Jahre Comicverfilmungsdebakel.
7
Rachel Talalay hat versucht, sich so gut wie möglich an die Comicvorlage zu halten. Das merkt man besonders bei den Zwischenschnitten auf die Cartoons. Dies wirkt meiner Meinung nach aber störend und unterbrechen den Fluss des Films. Die Masken und Effekte sind sehr gut gelungen, denn Ice-T ist als Känguruh-Mensch fast nicht wiederzuerkennen. Talalay jongliert auch etwas mit dem Licht und den Farben. Der Wechsel vom Düsteren ins Schrille ist oft sehr plötzlich und gibt der Athmosphäre des Films eine eigene Note. Alles in allem ein recht unterhaltsamer Film einer mal etwas anderen Comic-Verfilmung.