Review

Für den hohlen Zahn 

„Die Herren Dracula“ aka „Dracula & Son“ ist eher ein kicherndes Komödienkuriosum und war wahrhaftig der letzte Auftritt des großen Christopher Lee als Fürst der Dunkelheit. Und er nimmt sich und seine Paraderolle hier auf die Schippe wie nie zuvor und nie danach, wenn er als Graf Dracula mit einer Menschenfrau einen männlichen Nachfahren zeugt, er diesen Jahrhunderte später die meiste Zeit alleine großziehen muss und dieser trotzdem als Blutsauger irgendwie nichts taugt…

Alleinerziehender Dadcula

Man findet viele Vergleiche zu Polanskis „Tanz der Vampire“ - aber das ist eher Wunschdenken für meinen Geschmack. „Die Herren Dracula“ ist nicht halb so elegant, nicht halb so lustig, nicht halb so ikonisch wie Polanskis wegweisender Genrekreuzer. Und trotzdem ist „Die Herren Dracula“ keine Horrorkomödiengurke, ganz und gar nicht, so weit würde ich nie gehen. Allein schon aufgrund Lees Aura, Charisma und Mut, seine ikonischste Rolle bereitwillig ins Lächerliche zu ziehen. Und trotzdem würde ich „Die Herren Dracula“ nur sehr sporadisch als wirklich gelungene Vampirkomödie bezeichnen und ihn niemals im Leben in einen Topf mit Meilensteinen a la „Frankenstein Junior“ werfen. Dafür ist er zu beliebig, zu kindlich, zu behäbig und vor allem in die zweiten Hälfte zu romcom'ig. Das verläuft dann sehr schnell in Klischees und Nichtigkeiten. Für absolute Vampir-, Hammer Studios- oder Christopher Lee-Fans ist dieser nett gemeinte Versuch aber sicher trotzdem eine gute Wahl. Meinen Humor hat er allerdings etwas zu selten getroffen. 

Fazit: Süße, leicht lustige und naive Szenen plus Klischeeverdrehungen wechseln sich ab mit eher belanglosem Gedödel. Christopher Lee hat aber kaum an Charme, Biss und Magie verloren - auch mit 'nem deftigen Augenzwinkern und Lachen über sich selbst! 

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