Arg, schon wieder ein Rapperfilm, der wohl als konsequente Fortsetzung der eigenen Musikclips gedacht ist! Also schön das Gerappe gegen Gangsta-Plattitüden pur getauscht & die ewige Leier von der schönen Gansterwelt durchgekaut. Nachdem Master Ps Machwerke schon lange beweisen, daß nicht jeder "Künstler" auch Kinokunst schafft, hat sich Jay-Z samt Posse dran gemacht ins Filmbiz einzusteigen. Das (zumindest in Deutschland) erste Werk darf sich "State Property" nennen & setzt genau dort an, wo alle anderen vor ihnen schon scheiterten.
Story: Beans ist blank, also beschließt Beans, daß er Gangsta wird, da ein Beans sowas eben tut. Also gleich mal den lokalen Pimp umgeknickt & ab in die Tonne. Und weil das Viertel noch lang nicht genug ist & ein Beans auf jeden Fall alles haben muß wird die Methode gleich mal in den anderen Vierteln wiederholt nach der Maxime "Entweder bist Du für uns oder Du bist tot". Zwischendurch werden "Fickschlitten" rumgeschuppst & nackt durch die Gegend gescheucht. Bis, tja, bis die Crew der anderen Stadthälfte doch tatsächlich den Siegeszug des Beans aufhalten will. Da entführen die doch noch glatt seine "Bitch" & schon geht ab die Luzi.
Am Ende wacht doch tatsächlich die Polizei noch mal auf & packt sich Beans.
1000 mal gesehen & 1000 mal langweiliger als sonst. Wer die unsägliche Synchro demonstriert haben will, kann sich mal die Kritik von Disco Stu reinziehen. Gewollt cool, ungewollt peinlich. Aber auch sonst wird kein Klischee ausgelassen. Das unglaublich simple Gangsterleben wird demonstriert, wo straflos jeder, der einem nicht passt umgenietet wird, wo "Schlampen" noch weit weniger IQ haben als der ganze Ganster-Gorilla-Käfig, wo den ganzen Film lang Drogen konsumiert werden ohne jegliche Nebenwirkung, wo gierige Untergegebene & Gegner Intrigen schüren auf GZSZ-Niveau, wo die Autos immer getunet & gelackt, die Klamotten immer von Roc-A-Wear, die Mundwerke schussbereiter als die Waffen & die Sonnenstände nie weit vom Horizont & dem Kamerabeleuchtungswinkel entfernt sind.
Daß alle (männlichen) Darsteller zwar (mehr oder weniger) große Namen im Hip-Hop-Biz sind, aber eigentlich bisher nur in den Clips "geschauspielt" haben, sieht man von der ersten bis zur letzten Sekunde, da eigentlich nur geflucht, geprollt & an der Nase gejuckt wird. Würden das Drehbuch & die Darsteller auch nur irgendetwas dran ändern, daß einem jeder so vollkommen scheißegal ist, hätten einem die schlechten Actionsequenzen, die eigentlich jeder Amateurfilm besser hinbekommt, & die oben genannten Klischees den Film schon verdorben.
Warum Jay-Z an zweiter Stelle genannt wird & dann keine 4 Kurzauftritte hat, ist auch schwer zu erklären.
Sollte einem der Film tatsächlich man in den DVD-Player rutschen, kann man sich als Hardcore-Hip-Hop-Fan vielleicht noch an Crew & Musik ergötzen, der Rest schnappt sich die beiden Knarren aus dem Hosenbund & leert erstmal beide Magazine.
2/10