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Paintball ist schon eine abgefahrene Freizeitbeschäftigung für Hobby-Soldaten; man sollte über körperliche Fitness und Ausdauer, über bestens justierte Sinne verfügen, strategisch denken können und sich in der Natur auskennen, um dabei Erfolg zu haben.
Unserer hier teilnehmenden Gruppe nützen diese Eigenschaften allerdings nur geringfügig, da ein Killer mit Wärmebildkamera und scharfer Munition die Jagd eröffnet hat.

Natürlich mal wieder alles für die dekadente Gesellschaft, die auf die Ableben der Teilnehmer setzt, während diese von Dan, den man erst am Ende zu Gesicht bekommt, durch die großflächige Waldgegend gehetzt werden.
Ziel war ursprünglich, sechs Boxen mit hilfreichem Inhalt per Karte aufzuspüren und dabei die gegnerische Mannschaft auszustechen, doch als jemand angeschossen und eine zweite Person per Kopfschuss getötet wird, befindet man sich fortwährend auf der Flucht.

Etwas negativ sticht bei dem Treiben die Handkamera ins Auge, die während der zahlreichen Temposzenen zwar effektiv positioniert ist, doch auf Dauer zu unruhige Bilder liefert und zudem ein wenig den Fokus aus den Augen lässt, wenn es um bestimmte Handlungen geht. Die zweite Variante ist die Egosicht durch die Wärmebildkamera, wodurch es möglich ist, nicht nur die Zielperson rasch ausfindig zu machen, sondern auch etwaige Splattereffekte unterzubringen, die aus normaler Sichtweise reichlich hart rüber kämen, etwa, wie das Zertrümmern eines Schädels oder der Explosion von Minen unter der Weste.

Dennoch geht das Konzept größtenteils auf, da die Bedrohung immer und überall aus der Distanz zuschlagen kann und fast nirgendwo Schutz geboten wird. Hier und da ein Graben, zu Beginn ein paar alte Fahrzeuge, doch im Verlauf auch häufig ein offener Weg, ein freies Feld oder eine einsichtige Kuhle.
Aufgrund der schwachen Charakterisierungen der Teilnehmer gerät das Mitfiebern zwar nicht ganz so fesselt, doch im Zuge simpler Eigenschaften wie Impulsivität, Ruhepol oder Zickerei lässt sich ableiten, wer am ehesten Sympathiepunkte einfahren und somit länger am Leben bleiben kann.

Grundlegend ist die Dezimierungsgeschichte im Wald natürlich nicht neu, aber das Tempo und die Masse an Action kann die simple Story mit abgekupfertem Hintergrund („Hostel“) locker bis zum Ende tragen.
So trennt sich jemand von der Gruppe, eine Machete und Säure-Munition werden gefunden, jemand landet in einer Falle, ein Slave wird umzingelt, jemand aus Versehen aufgespießt und am Ende hat die letzte Person nur die Möglichkeit gegen den Jäger zu bestehen, wenn die per Funk übermittelte Order eingehalten wird.

Sonderlich überrascht wird man mit dem Verlauf nicht, es kommt zwar zu einigen spannenden Momenten und Streitereien innerhalb der Gruppe, doch die üblichen Verlaufsmuster werden dabei kaum durchbrochen.

Inszenatorisch ist neben der Handkamera der manchmal etwas holprige Schnitt auffällig, der einige Szenen kaum zu Ende führt und entsprechend abrupt die nächste einleitet.
Auf darstellerischer Ebene wird den meisten, eher unbekannten Gesichtern kaum etwas abverlangt, zumal diese die meiste Zeit verdeckt sind oder im Halbdunkeln agieren.
Der Score bleibt letztlich genauso unauffällig wie die Kulisse, mit einigen Hüllkurven und einigen Beats zum Showdown.

Insgesamt betrachtet ist diese spanische Produktion recht kurzweilig ausgefallen.
Sie bietet im Kern zwar keine neuen Ansätze, vermag jedoch aufgrund der passablen Prämisse, dem ordentlichen Tempo und einigen harten Gewaltszenen zu gefallen.
Die hektische Kamera könnte eventuell nicht jedermanns Sache sein, doch anderweitig unterstützt sie die Action adäquat und ist meist nah bei den gehetzten Figuren.
Bis auf ein paar Logiklöcher und Unwahrscheinlichkeiten schlicht und schlüssig und all jenen zu empfehlen, die mit Sachen wie „Battle Royale“ oder „Die Todeskandidaten“ etwas anfangen können.
6,5 von10

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