„Cage Fighter“ ist ein eher schwacher Prügelfilm, aber immerhin noch um eine Ecke besser als die Fortsetzung.
Es beginnt sehr unoriginell in Vietnam: Billy Thomas (Reb Brown) und Scott Monroe (Lou Ferringo) werden mit ihren Kameraden von massig Vietcong eingekreist und ein Hubschrauber kann nur kurz landen. Beinahe bleibt Scott zurück, doch Billy kann ihn retten. Der Anfang ist wenig originell, lediglich die subjektive Kameraführung aus der Sicht eines Soldaten zu Beginn kann überzeugen. Aber der Rest des 1000mal gesehen Vietnamszenarios ist selbst für Actionfans zum Gähnen.
Beide landen im Krankenhaus, doch Billy trägt von seinem Verletzungen einen geistigen Schaden davon. Doch Scott kümmert sich auch noch Jahre später um seinen geistig zurückgebliebenen Freund und Lebensretter – auch wenn seine Bar momentan nicht gut läuft. Immerhin sind die Freundschaftsszenen zwischen Billy und Scott ganz OK – dies wirkt weitaus besser als im zweiten Teil.
Derweil finden in der Stadt illegale Käfigkämpfe statt, die von den Yakuza betrieben werden. Zwei halbseidene Box-Promoter lassen ihren Kämpfer gegen den asiatischen Champion antreten – und verlieren eine Riesensumme. Als sie Billy und Scott bei einer Barprügelei sehen, wollen sie Billy für sich kämpfen lassen und entführen den bärenstarken Naivling...
Die Mischung zwischen Prügelfilm und Behindertendrama ist mäßig gelungen, kann aber mit einer Reihe prominenter Nebendarsteller aufwarten. Die Story ist nur mäßig und wenig spannend, zudem kommt ein großer Trashfaktor hinzu. Erst im letzten Drittel gewinnt der Film an Tempo und Qualität. Auch die Freundschaftsszenen zwischen den beiden Fleischbergen in den Hauptrollen wirken nicht allzu peinlich – im Gegenzug zu Scotts „Death Wish“-mäßiger Suche nach Billy, die im zweiten Drittel spielt und albern wirkt.
An Action gibt es vor allem Prügeleien, die leider nur teilweise spektakulär sind. Es ist einfach das Gehaue von ein paar Anabolikaschluckern und keine eleganten Martial Arts, wobei immerhin einige der Käfigmatches ganz gut gemacht sind. Ansonsten bieten sich eine müde Verfolgungsjagd und der uninteressante Anfang in Vietnam, wie eine ganz nette Ballerei zum Ende. So liegt die Action immerhin im Bereich geht so.
Die Hauptdarsteller sind nicht allzu gute Schauspieler, wobei sie immerhin als dümmliche Einfaltspinsel in ihre Rollen passen. Die meisten Nebendarsteller sind ebenfalls schlecht, lediglich ein paar prominente Gesichter überzeugen: James Shigeta („Stirb langsam“, „Drive“) sowie Kultdarsteller Danny Trejo („Con Air“, „Desperado“) und Al Leong („Lethal Weapon“, „Stirb langsam“). Leider darf Leong im Gegensatz zu „Rapid Fire – Unbewaffnet und gefährlich“ kein einziges Mal seine Kampfsportfähigkeiten zeigen.
„Cage Fighter“ ist unterer Durchschnitt mit vielen Schwächen, den annehmbare Action im letzten Drittel, ein paar gute Storymomente und die guten Nebendarsteller vor dem Abstieg bewahren.