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Jennifer Lopez spielt eine Kellnerin, die einen reichen Bauunternehmer kennen lernt, heiratet und ein Kind mit ihm bekommt. Eines Tages muss sie jedoch feststellen, dass er sie betrügt und als sie ihn darauf anspricht, macht er ihr unmissverständlich klar, dass er im Haus das Sagen haben will und schlägt sie von da an mehrfach. Eines Tages hat sie genug und flieht mit ihrer Tochter, doch ihr Mann setzt alles daran, sie ausfindig zu machen.

Dutzende Nominierung für die goldene Himbeere, die sie schließlich für "Liebe mit Risiko" verliehen bekam, zeigen ziemlich offensichtlich die Häme der Filmindustrie Jennifer Lopez gegenüber, die vor allem anfangs in "Street Girls", "Money Train" oder "Bood and Wine" von anderen, besseren Hollywoodstars die Show gestohlen bekam und mit potentiallosen, oftmals überflüssigen Rollen kaum eine gute Figur machen konnte. Nach Hauptrollen in "Anaconda" und "Wedding Planner" bekommt sie hier in "Genug" eine alleinige Hauptrolle und einen Film, der leider viel zu offensichtlich auf sie zugeschnitten ist und von Anfang an ganz eng in den Handlungsbahnen des Genres bleibt.

Anfangs ist der Film eigentlich gar nicht mal so schlecht und startet nach einer schnellen Einführung direkt. Durch die ständige Bedrohung durch ihren brutalen Mann und ihre absolute Hilflosigkeit kann zunächst einmal Sympathie und Mitleid für die Hauptfigur aufgebaut werden und darüber hinaus eine gespannte Atmosphäre aufrechterhalten werden. Wenn dann die unrealistische und überkonstruierte Story im Mittelteil zu greifen beginnt und der Film zunehmend stereotyper und vorhersehbarer wird, bietet er zunehmend nur noch gepflegte Langweile und in der zweiten Hälfte keine einzige Überraschung mehr. Regisseur Michael Apted, der eigentlich gar nicht mal so schlecht ist, wie sein Film aussieht und mit "Nell", "Das Gesetz der Macht", "Enigma - Das Geheimnis" und "Die Welt ist nicht genug" wesentlich bessere Werke auf die Leinwand gebracht hat baut vor allem zum Ende hin den guten Soundtrack von Kultkomponist David Arnold stark ein und unterstreicht damit den Wandel seiner Hauptfigur, vom Opfer zum Täter und sorgt mit guten Nahkampf-Szenen und einem bisschen Dramatik immerhin für gepflegte Langweile. Die Charakterkonstruktion ist simpel und klischeehaft und auch ansonsten sind die melodramatischen Emanzipationsansätze vollkommen überflüssig und das Thema Gewalt gegen Frauen wird auch nur tangiert. Im Prinzip ist wirklich alles viel zu stereotyp und durchkalkuliert, um fesseln zu können.

Die Hauptfigur und der Wandel, den sie mitmacht, von der freundlichen Hausfrau und Mutter, die von ihrem Mann tyrannisiert wird, hin zur selbstsicheren und Nahkampf-Geschulten Powerfrau sind genau auf Jennifer Lopez und ihre Paraderollen zugeschnitten und verglichen mit ihren ersten Werken macht sie sich durchaus überzeugend und zeigt vor allem in den Nahkampf-Szenen, dass einiges in ihr steckt. Ansonsten ist sie mittelmäßig, ist aber sehr sympathisch und liebenswert und wenn sie weiterhin Fortschritte macht, wird man sie in 10 Jahren vielleicht ernsthaft als Schauspielerin bezeichnen können. Der übrige Cast ist ordentlich, spielt aber eine untergeordnete Rolle, Bill Campbell liefert als Ehemann ein gutes Feindbild ab und mit Juliette Lewis hat man dann wenigstens eine bekannte und gewohnt starke Darstellerin für den Film gewinnen können.

Fazit:
Die Inszenierung ist absolut konventionell, kann aber vor allem am Anfang sehr gut unterhalten, und die Story ist absolut einfallslos und vorhersehbar und so ist der ganze Film lediglich ein Vehikel, um Jennifer Lopez noch einmal eine runde Powerfrau spielen zu lassen und bietet vor allem in der zweiten Hälfte nur noch gepflegt Langeweile.

50%

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