Review

„Genug“ ist recht konventionelles Vehikel für Jennifer Lopez, aber dennoch ganz gut genießbar.
Slim (Jennifer Lopez) arbeitet als Kellnerin in einem Imbiss, genauso wie ihre beste Freundin Ginny (Juliette Lewis). Eines Tages will ein properer Fremder (Noah Wyle) sie aufreißen und Slim will auch prompt darauf eingehen, als der Gast Mitch (Bill Campbell) ritterlich eingreift und Slim erklärt, dass der Fremde nur mit ihr gespielt habe, um eine Machowette zu gewinnen. Slim verliebt prompt in den charmanten Unbekannten. So wird zu Anfang recht flugs die Vorgeschichte abgehakt, in der J.Lo von der Kellnerin zur Hausfrau mutiert und den reichen Mitch heiratet.
Mit Mitch lebt Slim jahrelang glücklich und bald steht auch Nachwuchs in Form von Tochter Gracie ins Haus. Doch als Töchterchen ein paar Jahre alt ist, bekommt die Idylle Risse: Slim kommt dahinter, dass Mitch Affären hat. Als sie ihn nach wiederholtem Seitensprung verlassen will, beschließt Mitch prompt zu zeigen, wo der Hammer hängt, verprügelt Slim und kontrolliert ihr Leben derart, dass sie kaum abhauen kann. Auch wenn J.Los Leistung nicht wirklich prall ist (das „Oh mein Gott, er hat mich geschlagen!“ Geheule kauft man ihr nicht ab), ist immerhin die Darstellung der Kontrolle durch Mitch recht spannend gelungen.

Doch mit Hilfe ihrer Freunde kann Slim dann dennoch eines Nachts Gracie schnappen und vor Mitch fliehen. Doch ihr reicher und einflussreicher Ehemann streckt seine Fühler nach ihr aus, um seine Tochter zurückzubekommen. Mit ihren begrenzten Mitteln versucht Slim eine neue Existenz aufzubauen und Mitch für immer zu entfliehen...
Die Grundidee der Story von „Genug“ ist an sich ganz interessant, allerdings werden die vermischten Genres unterschiedlich gut abgehandelt. So ist der spannende Thrillerpart auf jeden Fall der größere und bessere, trotz des Mangels an Realismus (Mitch wird zu mächtig dargestellt) und kleinerer Längen. Größere Längen hat dafür der recht unglaubwürdige dramatische Teil der Story, da er soviel Tiefgang hat wie Holzfloß und J.Lo das geprügelte Heimchen einfach nicht überzeugend darstellen kann. Die Spannungskurve ist halbwegs solide, ein paar Storywendungen ganz nett, aber der Nervenkitzel ist nicht der größte. Lediglich die Versteckszene in der Wohnung bietet noch echte Spannung.

Kleinere Actionszenen können das Interesse immer wieder neu entfachen, wobei dies in erster Linie ein paar Verfolgungsjagden und ein paar kurze Kampfsportanlagen. Gegen einen Actionfilm können diese Szenen natürlich nicht ankommen, aber die Inszenierung ist recht ordentlich und die Kampfszenen sind ganz gut choreographiert.
J.Lo kann die Powerfrau Slim und damit die eine Seite ihrer Rolle gut rüberbringen, auch wenn sie klar keine Oscarreife Leistung bringt. Doch dies gilt nur für den weiteren Verlauf, denn die schluchzende Hausfrau in der ersten Hälfte des Films kauft man ihr absolut nicht ab. Gelungener sind die Nebenrollen: Juliette Lewis als beste Freundin, Bill Campbell als fieser Ehemann, Noah Wyle als Schnösel und vor allem ein herrlich arroganter Fred Ward (vor allem die Szene, als er erklärt, warum er sich entschieden habe Geld zu senden). Auch die restlichen Nebendarsteller machen ihre Sache ordentlich.

Ganz netter Popcornfilm; zwar teilweise unglaubwürdig und nicht immer spannend, bietet „Genug“ leichte Abendunterhaltung zum Entspannen.

Details
Ähnliche Filme