Dieser Tage ist für viele Familien mit Kindern Kinozeit angesagt, - schließlich ist Weihnachten das Fest der Harmonie und besonders den Kleinen möchte man auch auf der Leinwand ein wenig heile Welt vermitteln.
Doch Obacht, mit den Zöglingen im Vorschulalter könnte es Probleme geben, spätestens wenn der sinistre Rädelsführer der Wölfe auftaucht und offen ausspricht, erst die Rentiere, dann den Weihnachtsmann und schließlich auch Kinder zu verspeisen…
…ansonsten liest sich die Story wie ein typisches Kitsch-Werk von Disney: Rentier Niko vermutet unter den fliegenden Rentieren des Weihnachtsmannes seinen Vater, trennt sich von der Herde und will ihn mithilfe des Flughörnchens Julius und Wieseldame Wilma aufsuchen. Doch eine Schar von bösen Wölfen macht sich ebenfalls auf die Reise…
Die finnische Produktion, mitfinanziert von diversen europäischen Geldgebern, fällt animationstechnisch zu amerikanischen Pendants wie Pixar oder Dreamworks deutlich ab.
Die Bewegungen wirken nicht immer flüssig, die Figurengestaltung ist vergleichsweise wenig detailliert und auch einige Hintergründe gestalten sich nicht allzu facettenreich.
Besonders deutlich werden diese Mankos bei einem großen Wasserfall.
Die Story wartet hingegen mit einiger Action auf, die Schwachstellen der wenig originellen Geschichte kaschieren kann. In dieser geht es vorrangig um den Glauben an sich selbst, freundschaftlichen Zusammenhalt und darum, im rechten Moment Mut zu zeigen.
Dies alles wird jedoch in recht oberflächlicher Form eingebunden, so dass es zwangsläufig zu etwas mehr Bewegung kommen muss, worüber man in Bezug auf den reinen Unterhaltungswert nicht klagen kann.
Da wird eine Lawine losgetreten, ein Eislabyrinth betreten, die eine oder andere Rutschpartie im Schnee ist enthalten und auch die blitzartigen Rentiere sind für einige Action gut.
Auf atmosphärischer Seite punkten hingegen ziehende Herden aus der Vogelperspektive als auch ein Flugtest im Land des Weihnachtsmannes, da man sich hier für Momente wie am Ende der Welt vorkommt.
Mit den Figuren an sich wird man zwar schnell warm, doch auf Dauer entpuppt sich das titelgebende Rentier Niko als völliger Langweiler ohne Facetten. Er will eben seinen Vater kennen lernen und zweifelt an sich, ob er nicht vielleicht doch fliegen kann (zunächst gelingt ihm das bei diversen Versuchen nicht). Interessanter erscheinen demgegenüber seine sympathischen Begleiter, denn Wieseldame Wilma, gesprochen und gesungen von Barbara Schöneberger, trällert ein paar (zwar unnötige) aber gutgelaunte Songs und fällt durch sprichwörtlich wieselflinke Bewegungen auf, während Flughörnchen Julius ein paar nette Kommentare parat hält und sich ab und an in die Nesseln setzt, - natürlich besonders im Zusammenspiel mit dem Wiesel.
Auf der Seite der Bösen dominiert der Chef der Wölfe mit finsterer Stimme, starkem Gebiss und mächtigen Bewegungen, - er ist er vor allem der Grund, den Streifen vor den jüngeren Zuschauern eher fernzuhalten.
Insgesamt betrachtet ergibt sich mit diesem Weihnachtsfilm ein durchschnittlicher Genuss, der vor allem durch die dünne Story und die wenigen Gags geschmälert wird.
Auch wenn der Trailer viel Kitsch mit Zuckerguss suggeriert (in dem ist kein einziger Wolf zu sehen…) ist der Grundton oft düster und die Dramatik für Kinder im Vorschulalter nicht angemessen.
Alle anderen werden aus der Geschichte nicht viel mitnehmen können, außer sich durch diverse Action zumindest nicht gelangweilt zu haben.
5,5 von 10