Review

Die Zeugen des Rosa


In „Crimson Wing“ folgen wir einem Küken bzw. Zyklus der wilden Flamingos in einem der salzigsten Seen der Welt... Echte Mysterien, Schönheiten, Überlebenskämpfer und fast schon Kunstwerke der Natur!

Als ich letztes Jahr kurz vor der Pandemie in Mexiko um die Hand meiner Frau anhielt, waren die einzigen Zeugen etliche Flamingos um uns herum. Und vielleicht ein Waschbär im Baum, doch der war nur zu erahnen. Daher werden dieser prachtvollen Tiere immer einen besonderen Stellenwert und Spitznamen für uns haben, ich im Kölner Zoo an ihnen direkt im Eingangsbereich sicher nicht mehr recht flott vorbeihuschen. Aber auch ohne diese persönliche Verbindung zu den rosa Vögeln hätte ich die Disneydoku „Crimson Wing“ sicher fein gefunden. So ist das Gefühl nun nochmal erhöht.

Diese Tiere sind hübsch, einzigartig, widerstandsfähig und kämpferisch, tänzerisch wie liebevoll, intelligent und sozial. Und ihre hier dargestellte, sich immer wieder wiederholende Reise, ist einfach nur beeindruckend und atemberaubend, vergleichbar mit den Strapazen, die die (ebenfalls schon oft porträtierten und dokumentierten) Kaiserpinguine in der Antarktis auf sich nehmen für den ewigen Kreis des Lebens und ihrer Spezies. Untermalt wird das hier von epischer Musik, die oft genug Gänsehaut beschert, und es wird absolut nicht vor erschreckenden, brutalen und grausamen, aber im Endeffekt doch nur natürlichen Momenten zurückgeschreckt. Etwa in Babyvögel gefressen werden oder durch verklumpte Salzbeine elendig in der Sonne zurückbleiben und sterben. Was (gerade bei Disney) keine Selbstverständlichkeit ist. Nur die deutsche Erzählstimme ist etwas monoton. 

Fazit: mystisch, wunderschön, grausam, lehrreich, atemberaubend - unsere Zeugen, unsere Wunder in mildem Pink. 

Details
Ähnliche Filme