Auf nach Klein-Istanbul! "Geboren in Absurdistan", auch die österreichische Variante von "Lost in Translation" oder so ähnlich. Das Baby eines Wiener Pärchens ist im Spital angeblich mit dem eines türkischen vertauscht worden. Jetzt wollen die Österreicher ihr leibliches Kind natürlich zurück holen. Das Problem nur: die Aufenthaltsgenehmigung der türkischen Familie ist längst abgelaufen und so sind diese wieder in ihrer Heimat...
Wenig glaubwürdig also das Ganze, zudem mitunter arg unkomisch in Szene gesetzt, verspricht der eigentlich ansprechende Titel mehr her als er halten kann. Die Besetzung vermag nur bedingt Sympathien zu versprühen. Hier ist in erster Linie die Rede vom viel zu laut agierenden Protagonisten, der einiges an herzlicher Atmosphäre zerstört. Dagegen kann auch seine meistens warmherzige Gattin recht wenig ausrichten.
Thematisch bewegen wir uns hingegen auf einwandfreiem Terrain, werden Probleme türkischer Migranten doch ganz schön und nicht immer oberflächlich beleuchtet, so wie durch kulturelle Differenzen entstehende gestörte Beziehungen zu Einheimischen, ohne jedoch in falsche Sentimentalität zu versinken, so wie hübsche Seitenhiebe auf Bürokratie und das System in dem wir leben. Abschiebung, kein leichtes Thema, erst recht nicht für die die nicht selbst betroffen sind.
Hätte man die Story nur einen Hauch realistischer gestaltet oder aber mit einwenig mehr Humor gewürzt, für ein Stück Zelluloid das als Komödie verkauft wird, hätte mehr daraus werden können. Vielleicht hätte man auch einfach Kaya Yanar oder so verpflichten sollen oder ich habe ihn einfach nicht richtig verstanden.
Handwerklich ordentliche Arbeit, sowie ein nicht immer unspannender, wenn auch unlustiger Plot machen "Geboren in Absurdistan" aus meiner Sicht somit zu gutem TV-Durchschnitt. Kein zweiter "Gegen die Wand" halt, aber ok.