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Einst wurde ein kleines Mädchen grausam ermordet in einem Kanalrohr gefunden. Die Identifizieren war trotz grausamer Verstümmelungen nur schwer durchzuführen, doch aufgrund eines genetischen Defekts galt es als eindeutig das es sich um die verschwundene Tochter eines jungen Ehepaars handelte. 5 Jahre später bekommt die Mutter dieses Mädchens einen Anruf von einer jungen Frau, die behauptet ihre Tochter zu sein. Anfangs noch misstrauisch, beginnt die Mutter dennoch nach Spuren darauf zu suchen, das ihre Tochter womöglich noch lebt. Doch ihre Suche treibt sie zu einer unheimlichen Sekte die es plant das „ultimative Böse“ heraufzubeschwören...
„The Nameless“ beginnt schon mit starken Startschwierigkeiten, denn nicht nur das wirklich langgezogene „Intro“ mit dem zerfetzten Staffvorspann stört, auch die im 3. Teil dazukommende ohrenbetäubende Orchestermusik geht tierisch auf die Nerven und zwingt den Zuschauer schon dazu den Fernseher – zumindest für den Vorspann – sehr viel leiser zu stellen. Ist die Musik vorbei geht’s mit dem Film wieder auf. Die Dialoge können zwar bereits von Anfang an nur wenig überzeugen, doch dies ist noch gar nicht mal das schlimme am Film. Das wohl größte Problem ist, das der Zuschauer – in Zeiten der subtilen Horrorfilme – schon gleich nach dem Anruf des vermeidlich toten Mädchens weiß, was genau Sache ist. Das ganze Drumrum, die „Spurensuche“, alles wirkt von da an in die Länge gezogen, das einzige was den Zuschauer hin und wieder aus der Langeweile reist sind beschleunigte Szenen die sich kurz, blitzschnell, und in doppelter Lautstärke zwischen die Szenen mischen und genau dadurch schnell tierisch nervig werden. Gegen Ende bekommt die „Story“ die im Prinzip nur die recht kahle Grundgeschichte die den Film durchläuft verschmückt zwar einen Sinn, doch dies wirkt insgesamt mehr als nur aufgesetzt. Die einzige Stelle die wirklich unter die Haut geht, in die Szene in der der Reporter von den Namenlosen auf einen Stuhl gerissen und „blutig bearbeitet“ wird. Diese Szene zeichnet sich – in Zusammenarbeit mit den grausigen Schreien des Opfers – besonders durch seine Grausamkeit und die Hilflosigkeit des Opfers aus, doch genau dies passt nicht in den Kontext des Films. Es wirkt vielmehr so, als habe der Regisseur versucht mit sämtlichen stilistischen Mitteln versucht einen Horrorfilm zu machen, der in seinen Gruselaspekten unvorhersehbar ist. Doch letztendlich kam dabei ein völlig wirrer, vorhersehbarer, und langatmiger Thriller raus, der nur durch besagte Szene und gelegentliche überlaute Schockszenen dem Genre „Horror“ zugeordnet werden KANN. Die Darsteller sind zwar gut, und auch die Musik ist sehr passend, doch Atmosphäre, Dialoge, und Story wissen einfach nicht zu überzeugen.
Insgesamt ist „The Nameless“ in meinen Augen ein eher langweiliger Horrorfilm, der kaum etwas gescheites zu bieten hat, abgesehen vielleicht von einer irrsinnig dämlichen Planerklärung des „Schurken“ am Ende des Filmes über die es sich eventuell zu schmunzeln lohnt. Muss man sich nicht unbedingt antun.

5/10

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