Erneut findet das historische Ereignis der Donner Party von 1856, bei der Siedler zu Kannibalen wurden, Einzug in den modernen Horrorfilm. Es bleibt jedoch der vage Aufhänger, um eine Mischung aus „Shining“ und dem üblichen Slasher im Schnee zu präsentieren.
Sechs Freunde, darunter zwei Pärchen wollen einige Tage in einer Hütte auf einem Berg verbringen, als ein Schneesturm aufzieht und eine Rückkehr ins Dorf unmöglich scheint.
Plötzlich werden einige von Alpträumen geplagt, während andere dämonische Erscheinungen wahrnehmen, - oder so langsam den Verstand verlieren…
Auf die Gegebenheiten vom Winter 1846 wird nur kurz eingegangen und auch im Verlauf gibt es lediglich kurze Flashbacks, womit die Erklärungen für die unheimlichen Ereignisse recht dürftig ausfallen.
Figurentechnisch werden die meisten sogar eher sympathisch eingeführt, zumal zwei noch dabei sind, sich zaghaft einander zu nähern, während bei einem Paar ein Geheimnis im Verborgenen liegt. Zumindest wird man mit den Charakteren warm, was in einer eisigen, von Schneemassen umgebenen isolierten Lokalität nicht unbedeutend ist.
Allerdings wird recht lange um den heißen Brei geredet. Mal schwelgt man in Erinnerungen, dann muss der Generator mehrfach angeworfen werden und es dauert eine ganze Weile, bis eine Leiche im Schnee gefunden wird, welche kurz darauf wieder verschwunden ist. Danach geht es mit den Geistererscheinungen los, doch bis auf ein, zwei spooky Szenen ist da nichts Außergewöhnliches auszumachen. Vielmehr fokussiert sich die Handlung darauf, wie einer der Freunde zusehends den Verstand verliert und schon bald zur tödlichen Gefahr für die anderen wird.
Leider mangelt es dabei an Bewegung, spannenden Momenten und blutigen Effekten. Es gibt ein paar Einschüsse per Flinte, einen angedeuteten Biss in den Hals und das Entfernen einiger Kugeln aus dem Rücken, aber nichts was Splatterfreunde zum Jubeln bewegen könnte.
Die Kamera arbeitet indes grundsolide, liefert zu Beginn ein paar nette Luftaufnahmen, während der Score mit einem markanten Titelthema und schiefem Kindergesang Akzente setzen kann.
Darstellerisch verkaufen sich die Herren deutlich besser als die komplett unauffälligen und überhaupt nicht markanten Damen und das ist nicht nur auf den Gastauftritt von Horror-Urgestein Michael Berryman zurückzuführen.
Die winterliche Isolationsatmosphäre vermag zwar dem Gesamtbild dienlich sein, doch auf inhaltlicher Ebene wird schlicht zu wenig geboten, die simpel gestrickte Story verläuft überraschungsfrei und auch zum Finale ist kein merklicher Anstieg an Suspense zu spüren.
Gut sind noch die wenigen Make-up Effekte und auch die Synchro darf mal wieder im Positiven erwähnt werden, doch ein mitreißender Slasher mit richtig gruselig-schaurigen Momenten sieht anders aus und sollte definitiv mehr Abwechslung bieten.
4,5 von 10