"Sieben" gilt zumeist als eíner der verstörendsten Thriller der letzten Jahre. Unbestritten stellen Schnitttechnik, Musik, Bildfolge, Charisma und Dramatik ein fast unerreichtes Glanzstück der modernen Serienmörder-Filme dar.
Doch neben der unerträglichen Spannung und dem pessimistischen Grundton liest man selten über die Handlungsfehler und Unlogik des Films - nie wird die skurille Handlungsabfolge erklärt: Ein Serienkiller plant seine Taten nach dem Schema der 7 Todsünden über Monte und führt diese zum gegebenen Zeitpunkt durch. Dies lässt darauf schließen, dass er von Anfang an neben der Reihenfolge der Taten auch die Personen seines Ziels kennt. Mit dem Hauptdarsteller Brad Pitt tritt in diese Szenerie eine komplett neue Figur, die für den Täter absolut unbekannt sein muss. Trotzdem ist diese neue Person (und dessen Frau) Ziel der Taten 6 und 7. Was ist mit dem ursprünglichen Plan? Vermodern die ursprünglichen Zielpersonen oder dient der Schluss doch nur als Effekthascherei.
Abgesehen von diesem Handlungsmanko ist "7" jener Gänsehautstreifen, den sich Frauen kein zweites Mal ansehen. Großartige Leistungen der Hauptdarsteller und eine in diesem Genre kaum steigerbare Intensität der Bilder lässt die Konkurrenz blass aussehen.
...und in der Szene mit den Wunderbäumen kann man das Opfer beinahe riechen...