Die beiden gegensätzlichen Polizisten Mills (Brad Pitt) und Somerset (Morgan Freeman) jagen einen hochintelligenten Serienmörder (Kevin Spacey), der nach Vorlage der sieben Todsünden tötet. Doch je näher die beiden Verfolger dem Täter kommen, desto mehr werden sie zu Figuren seines Spieles…
Ein hitzköpfiger weißer Polizist und sein besonnener farbiger Partner, die sich ähnlich wie in amerikanischen Kumpelfilmen erst zusammenraufen müssen, formen das erste von zwei großen Stereotypen, auf denen „Sieben“ fußt. Das zweite ist der intellektuell brillante Psychopath, der mit sagenhaften selbstanalytischen Fähigkeiten und nie versiegender Plauderlust seine Weltsicht eifrig unters Volk bringt. Fincher verklebt die beiden Klischees mit einem Leim aus religiösen und literarischen Verweisen, die gedankliche Tiefe und kulturelle Deckung vortäuschen wollen, tatsächlich aber auf dem unbeholfenen Niveau einer schlecht abgeschriebenen Schulaufgabe bleiben. Den banalen Sinngehalt versucht er hinter einer ausgeklügelten Fassade aus schmuddeligem Szenenbild, düsterer Lichtsetzung und aalglatter Farbästhetik zu verbergen – ein allzu dürftiges Blendwerk, das nach dem Verklingen der allgemeinen Loblieder noch auffliegen dürfte.