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Zweifellos einer der besten Thriller aller Zeiten!
Mills (Brad Pitt) und Somerset (Morgan Freeman) müssen sich dem härtesten Fall ihrer Karriere stellen. Und das, obwohl es für Somerset, der ihn zuerst gar nicht übernehmen will, der letzte Fall sein wird. Er geht in Rente. Nach 34 Jahren. Der Jungspund Mill soll sein Nachfolger werden und findet in diesem Fall eine nahezu unlösbare Herausforderung. Der erste Mord erscheint zunächst gewöhnlich: Ein Fettsack wird tot in seiner Küche aufgefunden, offenbar vergiftet. Als jedoch weitere Details an’s Licht kommen, wird klar, dass es nicht der einzige Mord ist, sondern nur der Anfang einer grausamen Serie. In dieser sollen die sieben Todsünden mit Morden bestraft werden: Maßlosigkeit, Wollust, Neid, Zorn, Habsucht, Trägheit, Hochmut.
Die Atmosphäre im Film ist einmalig und wird immer düsterer, je mehr man über den Mörder erfährt und je mehr Menschen das zeitliche segnen. Die meiste Zeit ist es dunkel und regnet, ein recht einfaches Mittel, das in diesem Film große Wirkung zeigt. In dieser Stimmung bewegt sich der Zuschauer ungefähr zwei Stunden, in pausenloser Spannung, die immer weiter steigt und im Finale in der Wüste seinen Höhepunkt findet.
Die Schauspieler überzeugen auf ganzer Linie, besonders Morgan Freeman und Gwyneth Paltrow möchte ich hervorheben. Kevin Spacey ist gewohnt spitze, mag sein Auftritt auch leider etwas kurz geraten sein. Allerdings passt das so in den Film, dass der Killer erst am Schluss seinen Auftritt erhält, um sein Werk zu vollenden. Brad Pitt ist auch ganz ok, steht aber ein bisschen im Schatten der anderen, zumindest wenn ihr mich fragt. Denn beim Finale wirken seine Emotionen etwas untertrieben. Natürlich weiß ich aber nicht wie man reagiert, wenn man in einer solchen Ausnahmesituation steckt...
Hervorzuheben ist des Weiteren die überdurchschnittliche Härte, vor allem psychischer Natur, die Regisseur David Fincher hier anwendet. Die Bilder sind nicht viel härter als in anderen Thrillern, meistens wird nicht voll draufgehalten auf Leichen etc. Der Zuschauer muss sich also weitgehend vorstellen, was es da zu sehen gibt. Auf Grund der entwickelten Stimmung ist das immer das Schlimmste und versetzt einen in eine unwohle Stimmung. Besonders natürlich, wenn am Schluss das Paket geöffnet wird...Das Ende lässt ebenfalls keinerlei Hoffnung, schockiert vielmehr und hinterlässt dem atemlosen Zuschauer ein schwarzes Loch.
SPOILER
Ok, ein wenig dramatisiert gesprochen habe ich im letzten Satz. Aber es ist wirklich so: Obwohl John Doil stirbt, kann man sich nicht richtig freuen, denn sein Werk hat er auf grausame Weise vollendet. Selbst sein Tod ist keinerlei Lichtblick. Ich musste auch einige Zeit über das Ende nachdenken und dachte zuerst, dass sein Werk gar nicht vollendet ist, weil das Zornopfer fehlt. Aber es ist wohl so: Doil ist das Neidopfer, das sagt er ja selbst. Und er ruft am Schluss Mills Zorn herbei, dieser ist also das Zornopfer. Er stirbt zwar nicht, sein Leben ist aber völlig zerstört, seine Frau tot, er kommt wohl lange hinter Gitter. Das macht ihn zum Opfer. Nur eine Unreinheit gibt es für mich, die dem Mörder eine Blöße gibt: Er hat Mills Frau unschuldig getötet, das macht ihn zu einem willkürlichen Mörder, der er eigentlich nie sein wollte...
SPOILER ENDE

Fazit: Insgesamt ein hervorragender Film, der jeden gefesselt hat, der ihn gesehen hat. PFLICHTPROGRAMM FÜR JEDEN FILMFAN. Euer
Don

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