So, mein zweiter Review. Diesmal nehme ich den Film „Sieben“ von David Fincher unter die Lupe. Der Film steht auf meiner Beliebtheitsskala ganz oben, ich finde es gibt im Thriller-Genre keinen Film, der „Sieben“ auch nur annähernd das Wasser reichen kann.
David Fincher beweist mit diesem Film sein ganzes Können. Er hat einen Film mit so einer unglaublichen Atmosphäre geschaffen, dass jeder Zuschauer wie gefesselt vor dem Fernseher sitzen wird. Da ist zum einen Morgan Freeman (Detective Somerset), der ein absolut negatives Bild von der Welt hat und anscheinend keine Freude mehr spürt. In vielen Szenen wird er nachdenklich zu Hause gezeigt, neben ihm eine tickende Uhr, sonst völlige Stille.
Sein Kollege ist Brad Pitt (Detective Mills), der erst vor kurzem in die Stadt gezogen ist, um die Stelle als Detective zu bekommen. Er wohnt mit seiner Frau in einer kleinen Wohnung, die in regelmäßigen Abständen von der Straßenbahn erschüttert wird. Mills’ Frau Tracy (Gwyneth Paltrow) kommt in der Stadt überhaupt nicht zu Recht, sie kennt Niemanden und findet keine Freunde, dazu ist sie von ihrem Mann schwanger, weiß aber nicht, ob sie das Baby in dieser Welt gebären will.
Kein Charakter ist glücklich und dazu kommt dann noch ein Serienkiller (Kevin Spacey), der nach den sieben Todsünden tötet. Die Morde selbst werden nicht gezeigt, der Zuschauer sieht nur im Nachhinein die Leichen und Schauplätze und macht sich ein Bild, wie brutal diese Morde gewesen sein müssen. Zum Beispiel beim Befragen des Zeugen und gezwungenen Mittäters beim Mord der Prostituierten, der völlig fertig mit den Nerven den Mord schildert. Die „Mordwaffe“ wird dabei auf einem Foto auch kurz gezeigt, und in den Fantasien des Zuschauers entwickelt sich, ohne etwas dagegen tun zu können, eine unglaublich grausame Szene.
Nachdem die beiden Detectives die Adresse des Täters herausgefunden haben, ihn aber nicht selber gefasst haben, stellt sich der Täter, der sich John Doe nennt, selber. Diese Szene ist für mich eine der genialsten Szenen, die ich je in einem Film gesehen habe. Kevin Spacey kommt blutverschmiert in das Polizeirevier und schreit mit so einer laustarken Stimme nach den Detectives, dass sofort alles still ist. Alles schaut auf diese 3 Personen. Jedes mal, wenn ich mir diese Szene angucke, kriege ich Gänsehaut.
Dass sich der Täter nicht einfach so stellt, ist natürlich sofort klar. Natürlich hat John Doe noch einen Plan um sein Meisterwerk zu vollenden. Er möchte die Detectives zu den letzten beiden Leichen bringen. Auf dem Weg dahin, offenbart John Doe dann sein krankes Hirn. Er sieht sich als Auserwählten, die Welt besser zu machen, in dem er Menschen umbringt, die ihr Leben lang nach den sieben Todsünden leben.
Was diesen Film aber ganz nach oben katapultiert, ist das geniale Ende, in dem John Doe sein Werk erfüllt. Kein anderer Film hat ein schonungsloseres Ende als „Sieben“. Der Film sollte erst ein anderes Ende haben, da es der Produktionsfirma zu brutal war. Brad Pitt wollte diesen Film aber nur drehen, wenn das Ende so bleibt, wie es war. Und ganz ehrlich, „Sieben“ mit einem anderen Ende, einem Happy End, ist für mich unvorstellbar und würde dem Film seine Glaubwürdigkeit entziehen.
Mein Fazit für diesen Film: Schonungslos, fesselnd, einfach perfekt in jeder Hinsicht. 10/10 Punkte!