Horrofilme, auch die subtilerer Natur, an diesen ist inzwischen kein Mangel mehr.
So reiht sich auch Session 9 in die Reihe der Filme ein, die versuchen mit unterschwelligem Grusel zu beeindrucken.
Der Inhalt ist zunächst nichts weiteres als eine dieser klassischen Gespensterhaus - Geschichten. Phil und sein kleines Team von Asbest-Entsorgern sanieren eine heruntergekomme Nervenheilanstalt, doch ist diese nicht so ganz verlassen wie sie zunächst glauben.
Anderson führt uns langsam, vorsichtig, aber beständig in die Charaktere ein, die alle ihre kleinen und grossen Schwächen und Fehler besitzen. Parallel dazu treibt er die Handlung in selbem Maße voran. Genau aus diesen inidviduellen Eigenschaften manifestieren sich die zukünftigen Ereignisse in der Anstalt.
Die ersten außergewöhnlichen Begegnungen der Crew mit dem Haus, die durch die Entdeckung eines Tonbandes, einer schizophrenen Insassin hervorgerufen werden, die sich dann auch prompt auf deren Zusammenleben auswirken.
Genau an diesen banalen Erkenntnissen setzt Brad Anderson auch an.
Die komplette erste Stunde verbringt Anderson komplett mit Charakterstudien und Einführungen. Genau hier liegt nun auch der grosse Pluspunkt des Films. Der geneigte Zuschauer ist so tief in die zwei, drei Hauptfiguren involviert, dass sich das Ende nur noch schrecklicher zeigen wird.
Ein Horrorfilm fast völlig ohne Schockeffekte, die Special Effects Abteilung hatte kompletten Freigang, ebenso die Abteilung Musik, die nur sehr spärlich eingesetzt wird.
Dem Zuschauer wird nach und nach und immer stärker bewusst, was in der Konsequenz passiert und schon passiert ist, und doch will man es nicht wahrhaben,
So sehr Session 9 ist filmisch sehr puristisch, so ist inhaltlich umso stärker. Eine Reise in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele. Ein kleines Meisterwerk das einfach nicht kalt lässt, die Schlussszene(n) gehören mit zu den besten was ich je in einem Horrorfilm sehen konnte.