Review

Vor einiger Zeit durchstreifte ich mal ein leerstehendes Sanatorium,das seit Jahrzehnten nicht mehr bewohnt wird.Insofern kann ich die scheinbare Bedrohung eines solchen Komplexes gut nachvollziehen und diese Umsetzung ist Brad Anderson bei „Session 9“wunderbar gelungen.

1985 wird ein psychiatrisches Krankenhaus geschlossen,viele Jahre später soll es wieder eröffnet,doch zuvor von Asbest befreit werden.So machen sich Gordon,Phil und ein paar Freunde einer Gebäudereinigungsfirma an die Arbeit.Einer findet alte Tonbandaufnahmen einer ehemaligen Patientin und schon bald verschwindet ein Arbeiter.Von dem Gebäude scheint etwas Unheimliches auszugehen.

Ich muß zugeben,dass ich nicht alles verstanden habe,denn der Streifen wirft mehr Fragen auf,als man im Anschluss beantworten kann.Egal wie der eigene Lösungsansatz aussieht,er wird immer Logiklöcher haben.Insofern könnte man Anderson auch vorwerfen,typische Elemente eines Identitätsstreifens wahllos eingebaut zu haben,doch so einfach hat er es sich nicht gemacht,denn auch multiple Persönlichkeiten haben ihren Grund und ihren Ursprung.

Für Spannung und Atmosphäre hat man ein sicheres Händchen bewiesen,denn hier wurde mit einfachen Mitteln eine dichte und stets bedrohliche Stimmung aufgebaut,das leerstehende Gebäude wird auch für den Zuschauer zu einem Ort,von dem man schnell verschwinden will.
Die Darsteller geben solide Leistungen ab,auf einen Score hat man weitgehend verzichtet und stattdessen hier und da ein paar düstere Sounds eingestreut,was die beklemmende Atmosphäre weiter verstärkt.

Sicher gibt es einige unrealistische Begebenheiten,wie die Tatsache,dass die Arbeiter kaum motiviert arbeiten(obwohl sie unter Termindruck stehen)und sich nach so langer Zeit noch Tonbänder im Gebäude befinden(auch nachlässige Ärzte lassen so was nicht liegen).
Aber die Grundstimmung fesselt und lässt einem auch einige Zeit nach dem Sehen noch über brauchbare Lösungsansätze grübeln,was ja auch für einen guten Film sprechen kann.
7 von 10 Punkten

Details
Ähnliche Filme