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Stilvolles, spannendes Filmrätsel von Brad Anderson, der später mit „The Machinist“ noch mal ähnliche Pfade beschritt.
Im Zentrum des Films stehen Gordon Fleming (Peter Mullan) und seine Truppe, darunter auch Phil (David Caruso), die den Auftrag haben, eine alte Irrenanstalt in möglichst kurzer Zeit wieder renovierbar zu machen. Doch bereits über dem wirklich eindrucksvoll gebauten Gebäude hängt eine bedrohliche Aura und nicht alle Methoden, mit denen dort in der Vergangenheit gearbeitet wurde, waren sonderlich human.
Im Keller stößt einer von ihnen auf Bandaufzeichnung von 9 Sessions, die ein Psychiater mit einer Patientin hatte, die unter multipler Persönlichkeit litt. Gleichzeitig häufen sich seltsame Vorkommnisse und einer von der Truppe verschwindet…

In all dieser Zeit streut „Session 9“ dann auch verdammt viele Hinweise auf die Lösung: Ist eventuell ein böser Geist von der Patientin in dem Gebäude geblieben und auf einen der Arbeiter übergegangen? Steckt ein Killer in jedem von uns? Ist gar ein Außenstehender am Werke und hat mit den rätselhaften Vorgängen zu tun? Erst in den letzten Minuten werden all diese Rätsel gelöst und dies dann auch zufrieden stellend, wenngleich ein paar Fragen zum Warum bewusst nicht gelöst werden und Raum für Interpretationen und Theorien geben.
Bis dahin herrscht angenehme Verwirrung und motiviertes Rätselraten beim Zuschauer, der nun herausfinden möchte, was wirklich abgeht. Trotz der vielen Fährten ist dies jedoch nie frustrierend, sodass „Session 9“ den Zuschauer in seinem Bann behalten kann. Allerdings ist der Wiedersehwert etwas niedriger als bei vergleichbaren Mysteryfilmen, da die Omen auf die richtige Lösung nicht allzu versteckt sind und man bei erneuter Lektüre nicht soviel zu entziffern hat.

Gelungen ist „Session 9“ jedoch auf atmosphärischer Seite, denn die verlassenen Flure der ehemaligen Anstalt sorgen für die richtige Stimmung. Unnatürliche Ereignisse und Gruselpassagen werden in geringen Dosen, aber ziemlich effektiv platziert, die wenigen Schockeffekte des Films sitzen. Auch der seelische Abstieg verschiedener Charaktere, über die man vielleicht etwas mehr Infos hätte verbreiten können, wird im Verlaufe der wenigen Tage, an denen „Session 9“ spielt, ziemlich gelungen gezeigt, ehe das Ganze im ordentlichen, aber etwas vorhersehbaren Finale kulminiert.
Schauspielerisch bereitet David Caruso mal wieder Grund zur Freude, da seine Leinwandauftritte trotz seines Könnens ja leider nur von geringer Zahl sind. Als zweite Geige macht er einen sehr guten Job, auch Hauptdarsteller Peter Mullan sowie die Nebendarstellerriege überzeugen auf ganzer Linie und verhelfen „Session 9“ zum Gelingen.

So bleibt ein recht spannender Mysterythriller zu Miraten, wenngleich das Finale etwas vorhersehbar ausfällt und der Wiedersehwert eher gering ist. Dank der Atmosphäre sowie der überzeugenden Darsteller definitiv gute Unterhaltung.

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