Im Zuge des überraschenden Erfolges von „Der Maschinist“ wurde hierzulande auch der Vorgänger „Session 9“ von Regisseur Brad Anderson veröffentlicht. Der Plot ist dem seines Nachfolgers nicht zu unähnlich: Wieder gibt es eine mysteriöse Atmosphäre und Umstände, die sich erst am Ende des Films aufklären. Wieder wird die „Fight Club“-Karte gespielt. Wie das genau gemeint ist, werden Seher der Filme wissen. Allen anderen sei an dieser Stelle nicht mehr verraten, denn würde man dies spoilern, wäre so einiges am Reiz dieses Films für die Katz.
Dabei sind es gerade die starken Momente dieses Films, in denen er sich nicht zwischen „Haunted House“-Thematik und Psychothriller entscheiden kann. Über die gesamte Spieldauer baut Anderson hier eine indifferente irgendwie unheimliche Atmosphäre auf, die (und das ist der eigentliche Hauptkritikpunkt) dem schwachen und vorhersehbaren Finale nicht gerecht wird. Genau dies unterscheidet „Session 9“ von „Der Maschinist“. Hinterläßt der letztgenannte Film beim erstmaligen Betrachten im besten Falle einen geöffneten Mund (oder zumindest ein aha-Erlebnis), ist „Session 9“ gegen Ende eher konventionell (wenn nicht gar vorhersehbar).
Die Besetzung ist zwar nicht schlecht, kann sich mit der von „Der Maschinist“ nicht messen. Dadurch, dass David Caruso und Paul Guilfoyle mitspielen, wird ein TV-(CSI-)Eindruck vermittelt. Die genannten Schauspieler machen ihre Sache zwar sehr ordentlich, was man allerdings nicht von der gesamten Besetzung sagen kann. Zu viele nichtssagende Gesichter, die beim Zuschauer keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zudem wurde der Film zumindest zu einem großen Teil mit Video aufgenommen. Dies mindert die Anmutung doch beträchtlich und vermittelt dabei eher TV-Filmatmosphäre. Die Inszenierung ist zudem unspektakulär. Zwar wird mit einigen Soundeffekten eine unheimliche Stimmung erzeugt, doch verpuffen diese somit überflüssigen akustischen Schocks ohne große Wirkung.
So liest sich die Story insgesamt interessanter, als sie sich letztlich im fertigen Film darstellt. Viele gute Ansatzpunkte werden verschenkt. Dies liegt, wie beschrieben, zum Teil an höchst durchschnittlichen Mimen, zum anderen Teil an der unspektakulären Inszenierung selbst. Nur der Erfolg von „Der Maschinist“ rechtfertigt die nachträgliche Veröffentlichung von „Session 9“. Einmal Ansehen reicht ganz sicher. Wer nicht mehr erwartet, als eine ansatzweise unheimliche Atmosphäre kann mal einen Blick riskieren, sei aber hiermit über das konventionelle Ende des Films vorgewarnt.
Fazit:
5 / 10