The Salton Sea
Danny Parker (Val Kilmer) ist ein abgefuckter Speedjunkie, welcher oft Tagelang auf Partys abhängt. Doch der Schein trügt und das hat seine Gründe. Es gab einmal eine Zeit vor diesem Leben, da war er ein Trompeter und hatte an seiner Seite eine wunderschöne Frau, doch das Leben hielt ungerechterweise auch für ihn eine harte Prüfung bereit. Tief gesunken arbeitet er nun als Polizeispitzel und verpfeift Dealer wie auch Freunde. Das dies nicht ewig gut gehen kann ist nur logisch, weshalb er erneut an einem Wendepunkt samt neuer Frau, in seinem Leben ankommt.
Anfangs verwirrende, später aufklärende und teils innovative Geschichte, mit einem wirklich großartig spielenden Val Kilmer. Mag er privat und als Kollege ein Egozentriker und vielleicht sogar arroganter Mensch sein, als Darsteller hat er schon öfters bewiesen das er viele Genres problemlos bedienen kann. Hier überzeugt er als gebrochener Mann, Junkie (samt aufgedunsenen Face) und auch als Racheengel, der aber in jeder Lebenslage, steht’s die Kontrolle über sich selbst behält. Das twistreiche Drehbuch hält glücklicherweise auch einiges an Überraschungen und Wendungen bereit, nicht zu vergessen die teils hervorragend gezeichneten, auch mal schrägen (ich sag nur Pooh die Nase -Vincent D'Onofrio-) Charaktere. Selbst den Nebenrollen wurde mehr Text spendiert als in jeder deutschen Daily Soap, in einer Woche, zu hören ist.
Die erste Hälfte des Filmes (erinnert unweigerlich an SPUN, mit genauso merkwürdigen Protagonisten in einer Welt voller Drogen) sieht optisch anders aus unterhält auch ganz anders wie die zweite, bei welcher dann die wichtigen Inhaltslöcher gestopft werden und den Film mehr im Thriller-Genre ansiedeln. Gekonnt werden eine Menge Leute, einschliesslich wir als Zuschauer, an der Nase herum geführt und das fesselt einen dann auch bis zum finalen, aber leider auch vorher sehbaren, Abspann an den Bildschirm. Doch sollte diese Tatsache nicht als negatives Kriterium gesehen werden, da die Macher vor und hinter der Kamera ganz offensichtlich mit dem nötigen Ernst bei der Arbeit waren.
Der Soundtrack ist eher melancholisch, besonders die Flucht in sein altes Leben, welches er wortwörtlich in einem Koffer aufbewahrt, wo er noch ein Jazzmusiker war, lässt des Öfteren die Trompete erklingen und erinnert mehr als einmal an Club oder Barbesuche.
Überdurchschnittlicher Genremix mit hervorragend aufgelegten Hauptdarstellern, deren gut gezeichneten Charaktere, mit Hang zum Overacting, glaubwürdig und sympathisch durch eine sich spannend entwickelnde Story kämpfen.
Ganz sicher auf der Höhe von Kilmers KISS KISS BANG BANG.