Danny Parker ist ein typischer Junkie: Entweder high oder auf der Suche nach neuem Stoff. So scheint es anfangs zumindest, denn die ersten Szenen erinnern doch sehr stark an die eines kultigen Drogenfilms aus Großbritannien. Doch dann finden wir heraus, dass Danny ein Polizeispitzel ist, der schon mehrere "seiner" Dealer hat hochgehen lassen, später kommen noch weitere Details aus seiner Vergangenheit ans Licht, die letztlich das Bild eines verzweifelten Menschen offenbaren, der seine ursprüngliche Identität nicht nur aufgegeben, sondern sie fast schon vergessen hat. "Wer bin ich ?", fragt er den Zuschauer."Entscheiden sie selbst!". Nun fühlen wir uns plötzlich eher an "Memento" erinnert.
Aber egal, welchen Film man hier wiedererkennt, "The Salton Sea" besitzt seinen eigenen Reiz. Val Kilmer liefert für seine ansonsten eher begrenzten mimischen Fähigkeiten eine beeindruckend intensive Vorstellung ab, auch die sonstigen Darsteller, besonders Vincent D´Onofrio als nasenloser(!) Dealer, können absolut überzeugen. Durch die zahlreichen (unvorhersehbaren!) Wendungen kommt keine Langeweile auf, zum Ende hin sogar echte Spannung. Und hier liegt, wie bei so vielen Thrillern aus Hollywood, die einzige Schwäche des Films: Der Schluss hätte wesentlich konsequenter ausfallen müssen. Ein harmonisches Ende, wie es uns hier präsentiert wird, passt einfach nicht richtig in das Gesamtbild des insgesamt recht düsteren Werks. Schade.
Düster, spannend, fintenreich - ein Thriller, wie er sein sollte, aber mit aufgesetzt wirkendem Ende.
7/10