In einer Kleinstadt scheint ein Serienkiller sein Unwesen zu treiben, nachdem er bereits in anderen Städten für Terror sorgte. Den Schülern der Sugar Hill High passt das gar nicht, denn sie eröffnen gerade ihr Geisterhaus, um Geld für eine Reise zusammenzukratzen. Nur Sarah, die aufstrebende Reporterin der Schulzeitung nutzt die Gelegenheit und verfasst reisserische Artikel über den Killer. Dieser wird gemeinhin als "Gewissenskiller" bezeichnet, was eher auf die miese Synchro zurückzuführen ist, denn Gewissen und Gewissenhaftigkeit ist mitnichten das selbe. Dadurch fallen allerdings die belanglosen Darsteller nicht mehr ganz so unangenehm auf, wenn aus deren Mündern aufgesetzt dämliche Sätze kommen, der Killer wird zwischendurch mit pseudoböser Stimme auch noch zum Gegenstand der Peinlichkeit. Was der denn nun eigentlich mit seiner Westentaschenphilosophie über Menschen und Kakerlaken aussagen will, ist unverständlich, irgendwie versucht das Drehbuch eben, dem Ganzen einen etwas mystischen Anschein seiner Motivation zu geben. Wäre das nicht der Fall, würde der geneigte Slasherfreund bereits nach wenigen Minuten wissen, dass "Paranoid Nightmare" nichts weiter als ein weiterer Klon in der Post-"Scream"-Ära ist. Nur allzu bekannt sind da diverse Szenen kopiert, ohne den Witz, die Dynamik oder das selbstironische Genrebewußtsein von Wes Cravens Werk zu besitzen. Der Australier Ash Smith beschreitet in seinem Regiedebüt die ausgetrampelten Pfade seiner amerikanischen Kollegen, wo ein Haufen Teenies inmitten einer Mordserie erst in die richtige Stimmung für einen Rave kommen und Halloween ist natürlich auch noch. Die Darsteller kennt man durchgehend nicht und das ist auch gut so. Am schlimmsten ist dabei Shanda Besler als Hauptfigur Sarah, die in jeder Situation einen angestrengten Gesichtsausdruck drauf hat, auch die ist, ebenso wie die Kollegen, schnell wieder vergessen. Die Atmosphäre ist wechselnd, meistens bestimmt von haufenweise dämlichen Teenies, teils wiederum erstaunlich nett anzusehen, wenn die Postproduktion mit Zeitraffer, Zeitlupe und ähnlichem Musikclipgedönse zuschlägt. Das sind eigentlich dann auch die Highlights, wenngleich die mit dem Genre Horrorfilm wenig zu tun haben. Wer nur auf blutige Morde aus ist, bekommt zwar etwas von dem roten Saft zu sehen, der ist nur leider unspektakulär über die Opfer gekippt, SFX für fortgeschrittene Laien. Auch wenn man von einem Film dieses Genres keine große Story erwartet, sind manche Szenen schon geradewegs eine Frechheit an Einfältigkeit. Wenn da eine Gruppe Teenies in ein leeres Haus hereinplatzt, wo mehrere Kerzenaltäre brennen, eine Kammer voll Waffen und blutiger Kleider hängen und die Idioten ewig lang daherplappern, bis denn endlich einer darauf kommt, es könnte sich um des Killers Versteck handeln, treibt das dem Zuschauer, der da eigentlich nichts für kann, die Schamesröte ins Gesicht. Ähnliches gilt für das Finale, bei dem solche unausgegorenen Produktionen mit Vorliebe aus jedem der Protagonisten einen Killer mit dazu banalem Motiv hervorzaubern können. Nicht mal das gibt es, sondern einen Schluss, der schon eine glatte Frechheit ist und nur Fragezeichen im Kopf zurücklässt. Warum gibt es eigentlich so einen stylischen Kakerlakenvorspann, wenn danach ein 08/15-Teenieslasher folgt? Die wenigen guten Momente am Anfang und im Finale wiegen den großen Haufen ungereimten Schrottes dieses gnadenlos überbewerteten Filmchens nicht auf. Selbst der mittelmäßige im gleichen Jahr und ebenfalls in Australien gedrehte "Cut" ist da um einiges besser.
Fazit: Fragen über Fragen türmen sich da auf und dann gibt es nicht mal blutige (geschweige denn Sinn ergebende) Antworten. Einer der überflüssigen "Scream"-Nachzügler. 2/10 Punkten