Review

Mit „All the colors of the dark“ schuf Giallo-Experte Sergio Martino einen Film, der sich diesmal mehr in den Thrillerbereich abdriftet und nur noch am Rande gewisse Gialloelemente aufleben lässt.


Nach einem Autounfall mit ihrem Mann Richard (George Hilton) hat Jane (Edwige Fenech) schreckliche Alpträume und sieht sich von einem Mann (Ivan Rassimov) mit einem Messer verfolgt. Ihr Mann Richard versucht sie mit merkwürdigen Vitamintabletten zu kurieren, Janes Schwester Barbara schleppt sie zu einen Psychologen. Beide könne Jane aber nicht wirklich helfen. So trifft Jane ihre neue Nachbarin Mary, die Jane mit zu einer schwarzen Messe nimmt. Von da an kann Jane nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden, besonders als sie Mary in einer Sitzung mit eben diesem Messer umbringt...


Regisseur Sergio Martino hat wieder mal seine drei Stars der damaligen Zeit zusammengeholt, namentlich Edwige Fenech, George Hilton und Ivan Rassimov. Und wieder gelingt es Martino einen sehr soliden Film auf die Beine zu stellen, der jetzt nicht ganz die klasse anderer Martino-Filme hat, sich aber immer noch von so manchen Einheitsbrei locker abhebt.
Diesmal liefert Martino dem Zuschauer mehr eine Art Psychothriller als einen echten Giallo. Gewisse Gialloelemente sind zwar durchaus vorhanden, ein unbekannter Killer mit einem Messer, doch diesmal ist dem Zuschauer sofort klar, wer der Täter ist und dies soll hier auch kein Geheimnis sein. Diesmal gibt es andere Fragen zu beantworten. Warum verfolgt dieser Mann Jane und was hat es mit der superben und verstörenden Anfangssequenz auf sich?

Schauspielerisch bekommt man das gewohnte Niveau der italienischen Schauspielkunst, angeführt von dem 70er Star George Hilton und der Sexikone Edwige Fenech, die sich diesmal aber weit weniger auszieht als was man sonst gewohnt ist. Hätte meines Erachtens auch nicht wirklich zu diesem Film gepasst, da es den Film dann weitaus billiger aussehen lassen würde, als er in Wirklichkeit ist.

Da der Giallofaktor weit runtergeschraubt wurde, gilt dies natürlich auch für die Gewalt im Film. Viele Morde gibt es nicht, nur am Ende wird ein wenig aufgeräumt unter den ganzen Beteiligten, dis dann endlich die Lösung ans Tageslicht kommt. Auch dies setzt Martino gekonnt in Szene, er verwirrt den Zuschauer ebenfalls, der nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann, hinzu kommt die recht groteske schwarze Messe, die ebenfalls mit einem typisch italienischen, d.h. hervorragenden, Soundtrack untermalt ist.


Fazit: „All the colors of the dark“ ist mal ein anderer Film von Giallo-Regisseur Sergio Martino. Zwar sind die wesentlichen Elemente enthalten, doch hat der Film mehr ein Niveau wie auch Barillis „Il profumo della signora in nero“. Die Schauspieler sind natürlich hervorragend für so einen Film, insbesondere die wunderschöne Edwige Fenech und mal wieder Ivan Rassimov als Bösewicht. Martino-Fans werden an diesem Film natürlich gefallen finden, aber auch alle anderen sollten mal einen Blick über den Tellerrand wagen, wenn Martino einen Film inszeniert, der mal mehr Psychothriller und weniger Giallo ist.

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