Der Vampir Lestat steigt als Sänger einer Gothic-Metal-Band über Nacht zum Megastar auf. In seinen Texten verrät er Geheimnisse über Leben und Weisheiten der Vampir-Zunft, was dazu führt, dass er von den restlichen Untoten gejagt wird. Die Vampirkönigin Akasha bekämpft Lestat, fühlt sich aber gleichzeitig zu ihm hingezogen. Doch auch Jesse, eine Sterbliche, möchte die Gunst des blutsaugenden Schönen für sich gewinnen.
Also ich muß gestehen das ich die zugrunde liegenden Romane von Anne Rice nie gelesen habe, aber nach Genuß dieses Films ist mir nicht gerade nach einem Besuch im nächsten Buchladen zumute. Der Film soll wohl so eine Art Sequel zu Interview mit einem Vampir sein, was aber in den knapp 100 Minuten Laufzeit zu keiner Zeit erkennbar ist. Cleverle Tom Cruise hat dann wohl auch nach Durchsicht des Drehbuchs sein Desinteresse bekundet und seinen Lestat Charakter Stuart Townsend überlassen. Dieser spielt seinen Charakter eher in eine Richtung als wäre es eine The Doors Hommage, zumindest hatte ich bei ihm immer das Gefühl, als wär er der wiedergeborene Jim Morrison (nur halt nicht so charismatisch).
Leider verliert sich der daraufolgende Film hauptsächlich in schwülstigem Gebrabbel und ohne eine rechte Handlung, so das der Sehgenuß sich doch arg in Grenzen hält. Die Darsteller verkörpern ihre Charaktere entweder zu schwul oder zu blah, so das diese Vampibiographie zu keiner Zeit irgendwelche positiven Spuren hinterlassen kann, ich würde ihn sogar eigentlich als stinklangweilig bezeichnen. Wenn der Zuschauer, wie ich, nebenher noch die Wäsche machen kann und dennoch nie das Gefühl aufkommt hier irgendetwas Interessantes verpaßt zu haben ist das kein gutes Zeichen. Auch der vermeintliche Höhepunkt des Konzerts verpufft relativ unspektakulär. Auch der Härtgrad ist alles andere als fortgeschritten, hier und da tröpfelt mal ein wenig Lebenssaft aus einer Bißwunde und die besagte Königin darf mal ein wenig mit nem Herz in der Hand rumspielen, aber aufregend ist as alles wirklich nicht.
Wenigstens reißen einem die harten Rockklänge ab und zu aus dem Sekundenschlaf, sonst konnte ich diesem Film aber nichts positiv mehr anrechnen. Man wartet ja beinahe schon händeringend auf Action auf dem Schirm, aber die aufgedunsene Story will und will einfach nicht zu Pötte kommen. Stattdessen läuft die ganze Nummer in einem lahmen Showdown einfach im Sande aus und ward seitdem nicht wiedergefunden.
Irgendwie ist das ganze Vampirgenre langsam aber sicher ausgelutscht. Da hilft auch das pseudocoole MTV Möchtergern-hippe-Image das sich KdV hier auf den Leib schneidert nicht weiter. Zurück in Gruft aus der du kommst und zur Strafe nochmal 100 Jahre schlafen.
2/10