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Kevin Costner spielt einen Witwer, dem nach dem Tod seiner Frau merkwürdige Dinge widerfahren. Zwei Kinder sprechen nachdem ihr Herz aussetzte davon, dass sie seine Frau gesehen hätten und darüber hinaus scheint ihn das Symbol der Liebelle zu verfolgen, die das Lieblingstier seiner Frau war. Costner, der glaubt den Verstand zu verlieren, beschließt schließlich an den Ort zu fahren, an dem seine Frau verstarb.

Um die Jahrtausendwende wurden bekanntlich zig Mystery-Thriller produziert, nachdem "The Sixth Sense" beachtliche Erfolge verbuchen konnte. "Im Zeichen der Libelle" liefert leider überhaupt keine neuen Ideen und geht damit hoffnungslos in der Mystery-Welle unter, aber ich als großer Fan des Genres würde ihn dennoch als solide und akzeptabel bezeichnen. Die Story mag das Genre nicht neu erfinden, enthält aber die wichtigsten Aspekte, die ein solcher Thriller braucht, ein paar mysteriöse Ereignisse, die sich zum Ende hin häufen und ein relativ überraschendes Ende. Da der Film nach gängigen Mustern gestrickt ist, ist er leider im Mittelteil sehr vorhersehbar und bewegt sich zu höhepunktslos auf das Finale zu. Auch wenn der Film hier und da versucht emotionale Tiefe zu heucheln, ist die Story dann doch relativ flach. Alles in allem erfindet die Story das Genre nicht neu, spult aber das Pflichtprogramm einigermaßen solide herunter.

Bis heute ist es mir ein Rätsel, warum man Tom Shadyac als Regisseur einsetzte. Nachdem er sich mit "Der verrückte Professor" und "Der Dummschwätzer" in Bezug auf Komödien einen Namen machte, versucht er sich nun also an diesem Mystery-Thriller. Da er mit "Bruce allmächtig" und "Evan allmächtig" anschließend wieder in sein altes Genre wechselte, scheint es ihm nicht sonderlich gut gefallen zu haben, aber so schlecht ist seine Arbeit nun auch nicht. Shadyac versucht den Film möglichst emotional umzusetzen und benutzt somit die ganze Zeit über eine sehr melancholische Musik, die leider nicht so wirklich die düstere Atmosphäre aufbauen kann, wie man sie sich von einem solchen Film erhofft. Immerhin ist die Kulisse zum Großteil düster. Die wenigen Schock-Momente dosiert er gut und setzt sie solide in Szene, hätte sich aber dennoch besser um eine spannendere Umsetzung bemüht. Das Erzähltempo könnte vor allem zum Ende hin etwas schneller sein, da der Film gegen Ende durch seine übertrieben dramatische Umsetzung langweilt. Was mir persönlich noch recht gut gefällt, ist das Symbol der Libelle, dass Shadyac immer wieder gut in Szene setzt. durch diese Umsetzung ist der Film im Endeffekt doch eher ein Mystery-Drama.

Der Unterhaltungswert ist solide. Der Film läuft erst einmal vielversprechend an und kann vor allem in der ersten Hälfte durch seine anfangs düstere Umsetzung bestens unterhalten. In der zweiten Hälfte liefert der Film dann leider überproportionierte Gefühle, statt weiterhin Spannung aufzubauen und rutscht deshalb zur Mystery-Schnulze ab. Das Finale ist dann einigermaßen zufriedenstellend und sogar überraschend, kann aber mit "The Sixth Sense", "Echoes" oder "The Others" bei Weitem nicht mithalten. Da der Film alles in allem zu einfallslos ist, wird er leider zu keinem Zeitpunkt wirklich spannend, bietet aber meiner Meinung nach solide Unterhaltung und ist damit vor allem für Mystery-Fans wie mich empfehlenswert.

Kevin Costner darf nach "Bodyguard" erneut in einer überaus emotionalen und tragischen Rolle fungieren. Glücklicherweise ist sein Spiel aber nicht ganz so kitschig wie die Handlung und lässt den Film am Ende nicht vollends in belanglosen Kitsch abgleiten. Dennoch wirkt er gelangweilt und steckt nach seinen Erfolgen mit "Der mit dem Wolf tanzt" und "JFK" und vor seinem Überraschungserfolg mit "Open Range" hier in der größten Depression seiner Karriere, in der er über Jahre nichts als Flops produzierte. Oscar-Preisträgerin Kathy Bates spielt Costner an die Wand und zeigt einmal mehr eine überaus starke Leistung. Schade ist nur, dass ihr Part sehr kurz ausfällt, da Costner mehr oder weniger eine One Man Show abliefert. Der übrige Cast spielt solide.

Fazit:
Durch ein hohes Maß an Einfallslosigkeit baut "Im Zeichen der Libelle" keine Spannung auf und verläuft schnurgerade nach dem stereotypen Muster des Genres. Allerdings kann der Film durch die ordentliche Umsetzung von Regisseur Shadyac solide unterhalten, auch wenn er zum Ende hin in den Gefühlskitsch abgleitet. Alles in allem landet der Film im Mittelmaß und ist eigentlich eher was für Mystery-Fans, zu denen ich mich zähle.

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