Normalerweise bin ich kein Fan von solchen Filmen, zum Beispiel " Windtalkers " hat mich total enttäuscht, doch " We were Soldiers ", trägt im deutschen den unpassenden Titel " Wir waren Helden ", kann auf ganzer Linie überzeugen. Dies mag an der brillanten Kameraführung, an der straighten Regie von Randall Wallace ( Der Mann in der eisernen Maske ) liegen, oder gar am intensiven und realistischen Drehbuch. Auf jeden Fall lebt mit diesem Film das Genre, welches schon ohne Ende ausgebeutet wurde, in einer neuen Art und Weise auf.
Story:
Lt. Colonel Hal Moore ( Mel Gibson ) bekommt eine neue Einheit unterstellt ( Sam Elliot, Chris Klein u. a. ). Mit dieser Einheit sollen sie die Beförderung per Hubschrauber ins Kriegsgebiet testen. Nach einem harten Training wird die Einheit um Moore nach Vietnam abkommandiert. Dort angekommen sehen sie sich einer Überzahl von Vietnamesen gegenüber. Von nun an beginnt ein Gemetzel, welches der Einheit alles abfordert. Man wird nach und nach dezimiert, doch der Feind hat immer noch Reserven.
Dieser Film belebt das wahrhaftig ausgelutschte Genre völlig neu. Zwar sind die Amis ganz klar die Helden, doch auch das Schicksal der Vietnamesen wird beleuchtet. Außerdem ist die Tatsache mit den daheim wartenden Frauen, welche von einem Taxi die Todesnachrichten ihrer Männer bekommen, wirklich bedrückend und traurig dargestellt. Ansonsten bleibt jedoch fast alles beim Alten. Es gibt ein kurzes Training bevor es losgeht und es sind die unterschiedlichsten Charaktere geboten. Der Patriotismus ist natürlich auch in gesundem Maße vorhanden, wobei mich persönlich nur die ständige Beterei stört, über den Rest kann man dank der brillanten Inszenierung hinweg sehen.
Recht schnell befindet sich Moore mit seiner Einheit in Vietnam und das Gemetzel kann beginnen. Es sein Wallace hier zu verzeihen, dass der Film hierbei nicht wie ein Kriegsdrama wirkt, sondern eher wie ein Actionfilm. Aber es kracht gewaltig, Dutzende Soldaten werden regelrecht zerfetzt und blutig perforiert und der Bodycount ist wirklich sehr hoch. Ständig beharkt man sich und die Charlies lassen den Amis keine Ruhe. Auch sympatische Charaktere lassen blutigst ihr Leben, wo man zu Anfang noch dachte, der überlebt bestimmt. Die Explosionen sind in hoher Zahl vorhanden und oft bildschirmfüllend. Die Schlachten selbst sind mit hoher detailtreuheit inszeniert und einfach bombastisch anzusehen. Neben dem ganzen Gemetzel hat Wallace auch die Dramaturgie nicht vergessen und die Spannung ist vor allem Nachts fast unerträglich.
Der Score wartet vor allem mit sehr dramatischen Sounds auf, doch auch die heroische Seite lässt man nicht ganz außer Acht. Meines erachtens rundum gelungen.
Mel Gibson gibt den charismatischen und ruhigen Hal Moore einfach klasse, nur sein übereifriger Hang zum Beten nervt. Aber Gibson ist ja auch im Privatleben sehr religiös.
Einen tollen Sidekick gibt Sam Elliot als brummiger Plumley ab. Er bringt ein bisschen Witz in den todernsten Film. Sonst noch dabei sind Chris Klein, Greg Kinear und Madeleine Stowe als Hal´s Frau. Alle Darsteller agieren mehr als glaubwürdig in ihren Rollen, es gibt hier wirklich Niemand, dem man die Rolle nicht abnimmt.
Fazit:
Beklemmemdes und realistisches Kriegsdrama. Die Inszenierung ist top, die Schlachten sind bombastisch und hart zugleich. Der Patriotismus hält sich in Grenzen. Die Darsteller sind allesamt perfekt, genauso wie der Score und die Kulisse.
Für mich einer der besten Filme des Genres und eine Neuentwicklung auf sehr ausgetretenen Pfaden.