"Wir waren Helden" handelt von der ersten großen Schlacht zwischen der vietnamesischen Volksarmee und den Amerikanern im La-Drang-Tal im Novemeber 1965 und beleuchtet so den Beginn des Vietnam - Krieges.
Lt. Hal Moore führt das 7. Battalion an, das hauptsächlich aus unerfahrenen Soldaten besteht und sich gegen eine Übermacht behaupten muss, der sie so gut wie chancenlos gegenüberstehen...
Lange Zeit habe ich mich nicht an den Film gewagt, da allein der deutsche Titel "Wir waren Helden" doch auf übelste, US - patriotische Militärpropaganda schließen ließ. Da er aber eine Menge guter Kritiken bekommen hat, war er vielleicht trotzdem einen Blick wert.
Jedoch war ich nach den ersten 30 Minuten mehr als geschockt. Einen derart stümperhaft, übel in Szene gesetzten und extrem naiv gemachten Armee - Werbefilm hätte ich nicht erwartet. Ganz besonders schlecht geworden ist mir bei dem Kaffe - Kränzchen der Frauen von den Soldaten. Das sensible Thema Rassismus wird hier in einer plakativen Weise behandelt, dass einem wirklich das Essen wieder hochkommt. Auch die "lustige" Ausbildung bei Mel Gibson, der eher als Kumpel, denn als Ausbilder erscheint, ist absolut unerträglich. Dementsprechend schlimme Befürchtungen hatte ich dann auch, was den Rest des Films angeht. Nach einer schlicht an Dummheit nicht mehr zu übertreffenden Ansprache Mel Gibsons an seine Soldaten geht es schließlich ins Krisengebiet.
Ab dieser Szene wird der Film zu einer einzigen Schlacht, bei der dem Zuschauer wirklich keine Einzelheit der Grausamkeiten eines Krieges vorenthalten wird. Und tatsächlich gelingt Regisseur Randall Wallace hier teilweise eine Wendung von Kriegs - Verherrlichung zu Kriegs - Anklage, mit der man nicht gerechnet hätte. Immer weniger geht es im Verlauf der Handlung darum, einen Sieg nach Hause zu tragen, als einfach nur zu überleben.
Das war jedoch auch der einzige positive Punkt an "Wir waren Helden". Die Vietnamesen werden klischeegetreu als "die Bösen" dargestellt, wodurch der Film von kritischer Auseinandersetzung mit der Geschichte natürlich weit entfernt ist.
Offensichtlich ging es dem Regisseur in erster Linie darum, die Härte des Krieges zu zeigen, was ihm auch gelungen ist, jedoch ist "Wir waren Helden" durch den wiederlichen, leider viel zu dick aufgetragenen Pathos fast unerträglich und somit als Antikriegsfilm völlig indiskutabel.
2/10 Punkte