Warum um Gottes Willen gibt sich ein Schauspieler wie Mel Gibson für so einen reaktionären Schwachsinn hin? Schon der Patriot war ja stellenweise kaum zu ertragen, aber dieses vor Pathos nur so triefende unrealistische Machwerk toppt echt alles. Vorne weg, ich gebe dem Film immerhin noch 3 Punkte, aber nur deshalb, weil Sound und Actionsequenzen auf sehr hohem Niveau sind. Inhaltlich wäre der Film bei mir eine glatte Nullnummer.
Da stehen Gibson und sein Sergeant inmitten des schlimmsten Kugelhagels aufrecht, kriegen nix ab während um sie herum die Männer wie die Fliegen sterben. Da rennt der Anführer mit einer Pistole in die Schlacht, anstatt ein Schnellfeuergewehr zu nehmen was mehr Sicherheit bedeuten würde. Da sterben Soldaten mit patriotischen Sprüchen auf den Lippen... wer denkt sich diesen Scheiß aus? Aber in Zeiten, wo die amerikanische Bevölkerung sich immer mehr an im Leichensack heimkehrende Gi`s gewöhnen muss, braucht es wohl solche Filme, um an der Heimatfront das Bild des tapferen Soldaten aufrecht zu erhalten, der es liebt, für sein Land zu sterben. Kein Wort darüber, das im Krieg die Leute zwangsverpflichtet wurden, und heutzutage nur Leute dienen, die sonst durchs soziale Netz fallen würden. davon sieht man aber nichts, ist ja auch klar, denn diese Leute freuen sich bestimmt nicht auf den Tod. Da ist einfach nichts Heldenhaftes zu finden.
In Filmen wie Platoon oder auch das Boot wird das deutlich, das im Krieg jeder um sein Überleben kämpft, nicht sterben will und sich im Endeffekt die meisten selber die nächsten sind. Aber diese Filme sind halt unbequem.