"Was wir wollen ist in diesem Raum."
Meg Altman (Jodie Foster) ist nach ihrer Scheidung mit ihrer Tochter Sarah (Kristen Stewart) auf Wohnungssuche. Mitten in Manhattan finden sie ein mehrstöckiges Haus, das zuvor von einem Millionär und einigen Angestellten bewohnt war. Neben einer modernen Alarmanlage hat das Haus auch einen Panikraum. Ein Raum, der autark von der Außenwelt als Schutz genutzt werden kann, wenn Gefahr durch Einbrecher droht. Bereits in der ersten Nacht bewährt sich dieser Raum. Denn die Einbrecher Junior (Jared Leto), Burnham (Forest Whitaker) und Raoul (Dwight Yoakam) haben es auf die unauffindbaren Gelder des verstorbenen Millionärs abgesehen.
Wenn man bedenkt, dass "Panic Room" von Regisseur David Fincher ("Fight Club", "Sieben") inszeniert ist, könnte man den Film durchweg als überaus konventionell und inhaltslos bezeichnen. Fincher's bisherige Werke enthielten stets eine starke Aussagekraft oder komplexe Handlung, die man bei "Panic Room" vergeblich sucht. Dennoch erzeugt der düstere, atmosphärisch dichte Film eine konstante Spannungskurve.
Nur zu Beginn befasst sich der Thriller mit sozialen Verhältnissen. Während den beiden Protagonistinnen der Hang zum überschwenglichen Leben angeheftet wird, bekommen die Einbrecher zumindest eine rundimentäre Ausrichtung. Neben dem einfachen Verlangen nach Bereicherung, benötigt Burnham das Geld um aus einer Notlage heraus zu kommen. Die Charaktere sind vielschichtig aber nicht sonderlich komplex.
Das leicht offene Ende ist so glatt gebügelt, dass sich das Publikum weder mit einer Botschaft auseinandersetzen muss, noch mit einer Aussage entlassen wird. Eine Identifikationsfigur leitet zwar durch den Film, lässt aber keinen Raum für eigene Denkanstöße.
"Panic Room" gehorcht dem reinen Minimalismus, konzentriert sich auf eine Nacht und einen Ort und baut sich zu einem einfallsreichen aber auch unlogischen Katz- und Mausspiel aus. Häufig erinnert das Ganze an ein ausgeprägtes Kammerspiel mit der Dramaturgie eines Hitchcock-Thrillers.
Probleme offenbart der Film bei genauer Betrachtung. Oftmals schleichen sich Logikfehler ein. Diese können zwar mit der Extremsituation erklärt werden, in der sich die Charaktere befinden, dennoch büßt die Authentizität des Thrillers dadurch ein.
Eine Besonderheit bietet die Kameraarbeit. Spektakuläre Kamerafahrten durch Lüftungsanlagen und Schlüssellöcher, sowie ausufernde Fahrten durch den gesamten Wohnkomplex, beginnend bei den Einbrechern und endend bei den Bewohnerinnen, heben den Film von vergleichbaren des Genres ab.
Jodie Foster ("Elysium", "Das Schweigen der Lämmer") funktioniert als Identifikationsfigur, bleibt aber statisch in ihrer Rolle. Dagegen überrascht Kristen Stewart ("Twilight"-Reihe, "Snow White and the Huntsman") in einer sehr wandlungsfähigen aber dennoch zurückhaltenden Performance.
Jared Leto ("Requiem for a Dream", "Lord of War - Händler des Todes") wirkt etwas übereifrig. Intensiver agieren Forest Whitaker ("8 Blickwinkel", "The Shield - Gesetz der Gewalt") sowie Dwight Yoakam.
Die Handlung von "Panic Room" ist sehr konventionell geraten und für Fincher untypisch mit nur wenig Kritik an unserer Gesellschaft versehen. Jedoch wird der Spannungsbogen stetig angezogen. Das wandlungsfähige Katz- und Mausspiel kann trotz einiger Abstriche in der Logik unterhalten und ist Dank einer sehr dynamischen Kameraführung ansehlich.
8 / 10