Review

Inhalt:

China in einer früheren Epoche. Eine Frau, die als verrückt galt, legt ihr Baby, einen männlichen Säugling, auf den Stufen vor dem Kloster der Shaolin ab. Kurz darauf stirbt sie. Die Mönche nehmen den Säugling auf, und der Abt beschließt, dass der Junge im Kloster großgezogen wird.

20 Jahre später. Der nunmehr junge Mann wurde nicht als Mönch, sondern als Laien-Schüler erzogen. Der junge Mann ist eigensinnig und etwas exzentrisch, man nennt ihn im Kloster Crazy Kid (Wu Yuan-Chun aka Ng Yuen-Jun). Der Abt will ihn nun doch in einer Kampfform des KungFu ausbilden, und er lehrt dem talentierten Schüler die Technik der "18 Fists of Lohan".

Crazy Kid hat indes große Schwierigkeiten damit, mit den anderen Mönchen und Schülern im Kloster auszukommen. So schickt ihn der Abt aus dem Kloster, da ´draußen´, dies sei mehr die Welt von Crazy Kid, dort sollte überleben und ein Auskommen finden. Crazy Kid zieht hinaus.

Er kommt in den Ort Nan Shan Town, und dort steht er einem jungen Mann bei, Xiao Hei (Lau Fong-Sai), beschützt diesen gegen die örtlichen Triaden, gleichwohl Xiao Hei erst mal im örtlichen Knast landet. Die Stadt-Ältesten, allen voran Yin Chun Bong (Ching Miu), sind von den KungFu-Fähigkeiten von Crazy Kid so beeindruckt, dass sie ihn bitten im Ort zu bleiben. Er soll ein vegeratisches Restaurant eröffen, welches in der Stadt noch fehlt. Crazy Kid nimmt das Angebot an, und sein Restaurant etabliert sich schnell in der örtlichen Gastro-Szene!

Die Triaden, angeführt vom skrupellosen Wang Chang Huai (Kuan Feng aka Kwan Fung), dem verhaltensgestörten Xiao Fu Lu (Lam Fei-Wong), dem hinterhältigen Wu Zu De (Wang Sha) und Master Wing (Keung Hon) betreiben ein Bordell in der Stadt, in dem junge Frauen auch zur Prostitution gezwungen werden. Wie die aparte San Niang (Wong Mei-Mei aka Huang Wei-Wei), die einen 8-jährigen Sohn hat, Xiao San (Lee Kim-Chung), und deren Mann von Xiao Fu Lu einst brutal getötet wurde. Als San Niang flüchten will, wird sie gestellt, misshandelt und von der Bordell-Chefin (Fong Ping) ausgepeitscht.

Doch gelingt San Niang die Flucht mit Hilfe einer anderen Frau im Bordell, der hübschen Ah San (Hung Ling-Ling). Sie und ihr Sohn finden Zuflucht im Restaurant von Crazy Kid, freunden sich an, und heiraten später gar.

Die Triaden-Gangster erfahren, wo sich San Niang aufhält, und entführen die junge Dame. Doch Crazy Kid kann sie wieder befreien. Die Gangster beschließen, dass Crazy Kid getötet wird, und engagieren dafür einen überaus gefährlichen Killer, Liang Shan Yao (Lau Hok-Nin). Dieser tötet zunächst Xiao San, später kommt auch San Niang durch die Triaden zu Tode. Xiao Hei, mittlerweile aus dem Gefängnis entlassen, will den Tod der beiden rächen. Doch auch er wird von den Gangstern brutal getötet.

Nunmehr kennt Crazy Kids Rache-Drang kein Halten mehr. Es kommt zum Show-Down gegen alle Gangster, und schließlich zwischen ihm und Wang Chang Huai zum Duell auf Leben oder Tod...!

Kritik:

Im Jahre 1979 drehte Regisseur Lo Mar (aka John Law Ma) diese insgesamt flotte, actiongeladene KungFu-Kommödie für die Studios der Shaw Brothers, als bunten, reinen Unterhaltungsfilm. Man wollte einen lustigen Film machen, und so sind denn 2 Drittel dieser Eastern-Kommödie eben spaßig, nicht übertrieben lustig und eine lockere Unterhaltung in einmal mehr gediegen-gepfleger Optik ala Shaw Brothers.

Im letzten Drittel allerdings, als es zu mehreren brutalen Morden an den Angehörigen des Helden kommt, verlässt dieser Eastern seine kommödiale Ebene, und wird zum zackig-kernigen KungFu-Actioner mit blutig-dramatischem Show-Down, runde 20 Minuten knallharter KungFu-Fightaction-NonStop.

Die Story ist denn recht einfach, zunächst im Kloster der Shaolin angesiedelt, in dafür typischer, für den Eastern-Fan gar behaglicher Atmosphäre. Dann verlagert sich alles in die Shaw-Kulissen einer alt-chinesischen Town, und es geht um den Lebensweg eines jungen Mannes, der leicht crazy-locker wirkt, einst Waise im Kloster der Shaolin, dann Restaurant-Betreiber der einer jungen und zur Prostitution gezwungenen Frau hilft, und diese ehelicht.

Dies ruft die Villains auf den Plan, die zunächst comicartig verzerrt dargestellt sind, dann aber zu brutalen Killern mit heimtückischer Aura mutieren. Dies bringt dann "The Boxer from the Temple" weg von allem Kommödialen, und der Streifen wird zum fast eisenharten KungFu-Actioner. Leichte Längen kommen zur Mitte hin zwar auf, doch ist "The Boxer from the Temple" ein insgesamt spritzig-flotter Eastern ala Shaw Brothers, als diese auf den KungFu-Kommödien-Zug nach den Erfolgen Jackie Chans aufsprangen. "The Boxer from the Temple", ein recht unterhaltsamer Vertreter seines Genres, und auf die rasant-dynamische KungFu-Fightaction brauchten die Fans ja auch nicht verzichten: Im letzten Drittel geht da richtig die Post ab!

Wu Yuan-Chun ist hier der Held, ein relativ unbekannter Darsteller der Shaw Brothers, der hier mal zeigt, was er kann. Seine Figur ist speziell, eben etwas crazy, aber nicht zu plakativ. Er zeigt auch ruhige Seiten, und wird dann zum knallharten Rache-Engel, ein variables Spiel zeigend, kann Wu Yuan-Chun als Held in einer Eastern-Kommödie insgesamt überzeugen. Und seine Fight-Skills sind stark, nicht zu vergessen.

Fast eine Art Side-Kick ist hier Lau Fong-Sai, ebenfalls ein junger Spund, ein Heiß-Sporn, der sich zunächst auf die Villains stürzt. Was starke Fight-Action bietet, aber der junge Mann pokert zu hoch. An der Seite des Helden ist denn noch eher die Frau, die die weibliche Hauptrolle verkörpert: Die aparte Huang Wei-Wei, die eine geschunden-abgekämpfte Zwangs-Prostituierte und junge Mutter verkörpert. Das macht die junge Actrice total tapfer und überzeugend, sie die herumgeschubst, misshandelt und ausgepeitscht wird, dann Unterschlupf und ein kleines Glück beim Helden findet. Ihr Ende ist indes dramatisch, und gewichtiger Teil im Wandel dieses Eastern, vom Kommödialen zum Drama und KungFu-Actioner.

Die Villains sind speziell: Zunächst verhaltensgestört-verzerrt in Aura, Wirken und Spiel, dann in der Tat gefährlich und brutal. Allen voran Kuan Feng, mit böser Aura, verschlagen und skrupellos. Das spielt Kuan Feng mit all seiner Routine in diesem Rollenbild. Lam Fei-Wong ist der verhaltensgestörte Irre im Villain-Ensemble, auch er darin routiniert. Seine Figur nervt natürlich irgendwie, ist aber ebenso ein wichtiger Baustein für den Wandel den dieser Film durchläuft, denn er ist es, der sowohl den Mann von "San Niang" als auch diese selbst auf dem Gewissen hat.

Wang Sha und Keung Hon als Villains soweit solide, noch kerniger agiert der engagierte "Extra"-Killer, Lau Hok-Nin. Der ist richtig fies, knallhart und brutal. Da gibt es nichts lustiges mehr, ein eisenhart-eiskalter Killer. Auch er für den Wandel dieses Streifens äußerst wichtig. Natürlich ist die Rolle entsprechend actionlastig.

Kid-Darsteller Lee Kim-Chung macht seine Sache bravourös, und man sieht bekannte Shaw-Gesichter in den kleineren Rollen, allen voran Ching Miu. Hung Ling-Ling, die Niedliche, und Fong Ping als Bordell-Chefin, die eine der Huren wenn sie nicht spurt gar brutal auspeitscht. Fong Ping, wie mein Schwarm Chao Ting, ich würde sie, die mit gewissem "Etwas", reif und vollbusig ist, den jungen Damen denen sie vorsteht, gegenüber klar bevorzugen.

Das Wichtigste ist die KungFu-Fightaction. Zunächst passen sich die Fights dem kommödialen Charakter des Films an, Slapstick und Akrobatik ala Jackie Chan, und eher den KungFu-Fan weniger beeindruckend, ganz lustig aber man schmunzelt eher drüber. Dann wandelt sich dieser Eastern, wendet sich das Blatt. Brutale Morde sorgen, so wie der engagierte, brutale Killer, für die Wandlung zum knallharten KungFu-Actioner im 3. Drittel des Streifens. Und das ist klasse Action, rasant-dynamische, intensive und visuell sehr ansprechende KungFu-Fights, lange Sequenzen die für eine Dichte im Kampfgeschehen sorgen, KungFu-Fightaction ca. 20 Minuten NonStop. "1 vs. 5+" mit Drive, dann die dramatischen 1vs1-Konstellationen mit dem dramatisch-blutigen Duell zum Abschluss.

"The Boxer from the Temple", ein unterhaltsamer Eastern der Shaw Brothers, was für Fans des Genres und Anhänger des Studios. An sich 6 von 10 Punkten, die starken letzten ca. 20 Minuten hauen noch mal einen halben Punkt extra raus...!

6,5/10.

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