Review

Sehr viele Horrorfilme, insbesondere Slasher, beginnen mit einem Rückblick zu einem Ereignis, bei dem das Grauen seinen Ursprung nahm, damit in der Gegenwart eine Gruppe von Teens heimgesucht wird.
Ein guter Ansatz ist es, ein Puzzle mithilfe mehrerer zeitversetzter Flashbacks aufdröseln zu wollen, - es sollte nur nicht ganz so vorhersehbar ausfallen wie im vorliegenden Fall.

Schüler Derek wohnt seit zwei Monaten in seinem neuen Heimatort, als sein kleiner Bruder völlig verschreckt heimkommt: Er wurde von zwei Mitschülern in den verbotenen Wald geleitet, wo er einen toten Hund und einen drohenden altem Mann begegnete.
Kurz darauf berichtet ein Mitschüler von seinem verschwunden Hund und so macht sich Derek mit einer kleinen Gruppe auf, das einsam gelegene Haus des Eremiten genauer zu inspizieren…

Nach dem stimmungsvollen Intro bleibt die leicht bedrückende Grundstimmung lange Zeit erhalten, da einige Schauplätze als auch bestimmte Minen und Requisiten leichten Gruseleffekt aufweisen.
Der verwilderte Wald mit schmalem Weg, der düstere Hinterhof einer Imbissbude, die durchdringenden Blicke des Alten, eine nachgebaute Schulklasse mit Puppen oder eine alte Dose mit Hundemarken bringen unheimliche Momente zum Vorschein, während sich die meisten Figuren als sympathisch erweisen und ein nachfolgendes Mitfiebern ermöglichen.

Etwas obligatorisch ist das Love Interest im Visier der Hauptfigur Derek, etwas unnötig einige Abhandlungen in der Schule und nicht so von Interesse fallen einige Gespräche unter Gleichaltrigen aus, die nicht sonderlich zur eigentlichen Handlung beitragen.
Denn in dieser geht es primär darum, was der Alte auf dem Kerbholz hat, was er möglicherweise in seinem verwahrlosten Haus versteckt und was es mit dem Grund und Boden der Hartleys auf sich hat, bei denen es zu einigen mysteriösen Todesfällen kam, wie die Rückblenden zwischen 1945 und 1955 andeuten.

Dabei kommt es zwar kaum zu Gewaltszenen und die sehr wenigen Bluteffekte sind nicht der Rede wert, jedoch sind ein Wettlauf gegen die Zeit als auch eine Befreiungsaktion recht spannend ausgefallen.
Kamera und Schnitt leisten solide Arbeit und auch der Score hält sich eher angemessen zurück und lässt den Geräuschen der unmittelbaren Umgebung den Vortritt, um zusätzlich Suspense zu erzeugen.

Leider fällt der Verlauf ein wenig vorhersehbar aus, zudem ist leicht auszumachen, was im Keller des Alten zu finden sein und wer von den Teens die Chose am Ende überleben dürfte.
Was der Sache final ein wenig schadet, ist der gewollt groteske Twist ganz gegen Ende, der so gar keinen Sinn ergibt und eine Menge Fragen hinterlässt, die nicht ohne riesige Logiklöcher beantworten werden könnten.
Da wollte man dem Ganzen noch die komplett überraschende Krone aufsetzen, was ziemlich nach hinten losgeht.

Ansonsten ist der Streifen kein Mitreißer, sondern einer, der auf Atmosphäre und Beklemmung setzt und weniger Blutvergießen benötigt als vergleichbare Pendants.
Insgesamt nicht sonderlich einfallsreich, aber für eine Sichtung brauchbar und wer schon immer mal wissen wollte, warum ältere Brüder ein besonderes Augenmerk auf die jüngeren werfen sollten, bekommt hier eventuell sogar Antworten geliefert…
Knapp
6 von 10

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